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12.11.2008
 

Skifahren in Utah

Wie auf Wolken

Puderschnee in rauhen Mengen, lange, leere Pisten und luxuriöse Hütten - für Schneekanonen und Gedränge gewohnte Europäer sind die Wintersportbedingungen in Utah schon ziemlich nahe dran am Paradies. Wem so viel Idyll zu dröge ist, kann sich aber auch halsbrecherische "Double Black Diamond"-Abfahrten herabstürzen.

Salt Lake City - "Greatest Snow on Earth" steht auf den Autokennzeichen in Utah. Das klingt vermessen, lässt sich aber von Experten aus dem US-amerikanischen Bundesstaat wissenschaftlich belegen: Fast nirgendwo auf der Welt fällt so viel Pulverschnee wie in den Wasatch Mountains des Wüstenstaats.

Trockener als James Bonds Martini rieseln die Schneeflocken auf die 13 Skigebiete rund um Salt Lake City nieder und verwandeln die Region der Olympischen Winterspiele 2002 in eine einzigartige Spielwiese für Wintersportler.

Nicht einmal ein Schneeball lässt sich aus dem "Powder" pressen - ärgerlich für Kinder, aber ein Traum für Skiläufer. Auf ihrem langen Weg über die Wüsten nach Park City, Alta oder Snowbasin verlieren die Wolken viel Feuchtigkeit, den spärlichen Rest saugt der große Salzsee heraus, der Salt Lake City den Namen gab. "Aber der Schnee ist nicht nur trocken, er fällt mit bis zu durchschnittlich 13 Metern pro Jahr auch mehr als üppig", erzählt Patti Denny von der Tourismusbehörde.

Dennoch wurde Utah als Reiseziel lange ignoriert: "Alle sprachen doch nur von Kanada oder Colorado", sagt der Heliski-Führer Tyson Bradley. Aber dann kam Olympia, und plötzlich sah die Welt, dass man in Utah nicht nur Westernfilme drehen, sondern auch Skifahren kann.

Zehn Skigebiete sind nur eine Autostunde vom Flughafen Salt Lake City entfernt. Keine andere Ski-Destination in Nordamerika bietet so viel Abwechslung. New Yorker steigen frühmorgens ins Flugzeug und wedeln mittags schon die Pisten hinab. Aus Europa ist die Anreise mit mindestens 11,5 Stunden Flugzeit beschwerlicher - aber sie lohnt.

Skifahren in Utah ist anders als in Europa: Schier unendlich ziehen sich Pisten wie die Arme einer Riesenkrake über die Ausläufer der Rocky Mountains. Es gibt viel Platz, und der Service ist sehr gut. Das gilt vor allem in Deer Valley, das von den Lesern des US-Magazins "Ski" drei Jahre in Folge zum "besten Skigebiet Nordamerikas" gewählt wurde.

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