Zuprosten mit Vranac und Krstac
Nach dem Wandern darf die deftige einheimische Küche nicht zu kurz kommen. Unter den Fleischspezialitäten sticht in Durmitor besonders das Lamm hervor, dem die Wildkräuter der Umgebung eine besondere Note verleihen. Schmackhaft ist auch Cicvara, die traditionelle montenegrinische Polenta-Variante aus Mais, Grieß und Käse. Dazu trinkt man das Pivo aus Niksic oder einen einheimische Wein, beispielsweise den roten Vranac oder den weißen Krstac. Immer und überall präsent ist der Schnaps. Zu den wichtigsten der ungezählten Varianten gehören der Traubenbranntwein Rakija oder Birnenschnaps.
Tief unten rauscht die Tara:
Diese 1941 erbaute Brücke ist einer der wenigen Übergänge über die Schlucht im Durmitor-Nationalpark
An der Tara geht es entlang steil ansteigender Felsmassive in Richtung Südosten bis Kolasin am Crkvine-Pass auf knapp 1000 Metern Höhe. Eine Brücke führt über die Schlucht in die Bergstadt hinein. In den 1980er Jahren gab es Pläne, die Tara in ihrer Schlucht aufzustauen. Kolasin wäre versunken. Inzwischen ist der Marktplatz mit EU-Geldern neu gestaltet worden. Ihn säumen Bürgerhäuser aus gelbem Tuffstein. Vom Platz geht eine platanenbestandene Fußgängerzone ab, die mit ihren Cafés abends zur Flaniermeile des Ortes wird.
Von Kolasin aus ist der bereits 1952 gegründete Nationalpark Biogradska Gora, der zu 80 Prozent von Urwald bedeckt wird, in kurzer Zeit erreichbar. Die Bäume im Park bleiben sich selbst überlassen, rund 90 Arten neben 2000 Pflanzenarten sind hier beheimatet. Ausladende Höhenwege mit weiten Ausblicken führen um die "grüne Hölle" herum, vorbei an Almen, Gipfeln jenseits der 2000 Meter, kleinen Bachläufen und den schindelgedeckten Hütten der Schäfer.
Die gut markierten Wege beginnen am Bergsee Biogradsko mit seinem ausladenden Delta, in das der gleichnamige Gebirgsfluss mündet. An ihm entlang führt ein Ökologiepfad. Auf knapp zehn Kilometern Länge folgt der Wanderer dem Flusslauf des Biogradska Rijeka. Wo entlang, bleibt ihm überlassen, weil es keinen Weg gibt. Ein Wanderstock hilft, sich eine Schneise durch Unterholz und Farne zu bahnen. Oft versperrt Totholz den Weg, umgestürzte Baumriesen werden zu Brücken, wenn es an einem Flussufer kein Weiterkommen mehr gibt. Weil das besonders empfehlenswerte Urwaldabenteuer mehr Kraft und Zeit kostet als das Einschlagen eines gewöhnlichen Pfades, eignet sich die Route besser für den Abstieg.
Dirk Averesch, dpa
© manager magazin online 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH