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10.08.2008
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Montenegro

Gletscherseen und grüne Höllen

Wilde Schluchten, steile Felsmassive und atemberaubende Höhenwege - echte Naturliebhaber lassen in Montenegro die Adria links liegen und folgen lieber dem Lauf der wilden Tara in die schwarzen Berge, die sich 2500 Meter hoch über den unberührten Wanderrevieren erheben.

Zabljak/Kolasin - Die montenegrinische Adriaküste mag manch Reisendem noch ein Begriff sein: An ihr liegen die fjordartige Bucht von Kotor mit italienischem Flair, Hafenstädte wie Petrovac, Bar, Budva oder das Inselkleinod Sveti Stefan. Bekannt ist vielleicht auch der seerosenbedeckte Shkodersee im Südosten, das größte Binnengewässer des Balkans, das bis nach Albanien hineinreicht.

Doch das Land der schwarzen Berge (Crna Gora) würde seinen Namen nicht verdienen, gäbe es im Norden nicht erhabene Gebirge. Vor allem in den Nationalparks Durmitor und Biogradska Gora finden Wanderer wunderschöne Reviere, die sie meist ganz für sich alleine haben.

Die Stadt Zabljak ist ein guter Ausgangspunkt für Bergtouren durch Durmitor. Mit dem Auto auf die ausladende Hochebene zu finden, an der sich die Berge bis zu 2500 Meter hoch erheben, ist jedoch nicht ganz einfach. In den oft einspurigen Straßen lauern tiefe Schlaglöcher, Schilder haben Seltenheitswert. Zwischen den Serpentinen, die sich die Karsthänge hochschrauben, lodern von Zeit zu Zeit Unterholzfeuer. Der wunderbare Blick über das baumlose und im Frühling sattgrüne Plateau auf 1400 Metern Höhe entschädigt schließlich für die beschwerliche Anreise.

Staatsbetriebe im Renovierungsstau

Im Winter ist Zabljak das Skizentrum des Landes. Auch die betonierten Bettenburgen der sozialistischen Ära werben noch um Gäste. Doch wer nicht gezielt den eigenwilligen Charme der unter Renovierungsstau leidenden ehemaligen Staatsbetriebe sucht, kommt in kleineren Häusern und Pensionen besser unter.

Alle Wanderwege starten am Eingang des Nationalparks am mythisch anmutendem Crno Jezero, dem Schwarzen See, der zu Fuß zehn Minuten von Zabljak entfernt ist. Mit der am Ort erhältlichen Wanderkarte fällt die Orientierung nicht schwer, die Wegmarkierungen sind sehr gut. Bereits nach 500 Höhenmetern Aufstieg ist der Ausblick auf das Durmitorplateau ein Ereignis und die tiefe Stille beinahe meditativ.

Am Wegesrand blühen Silberdisteln, Schneefelder locken weiter in das alpine Massiv hinein, wo kleine Gletscherseen und die ein oder andere Klettereinlage auf den Wanderer warten. Wer früh aufsteht, schafft es bis zum Bobotov Kuk, dem 2523 Meter hohen König der Gipfel, und kann sich unterwegs auch noch die Tropfsteinhöhle Ledena Pecina anschauen.

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