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09.06.2008
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Pecs

Schillernde Schönheit

2. Teil: Orientalisches Flair

Orientalisches Flair

Die Porzellanmanufaktur Zsolnay, die an der damaligen Straße nach Buda (Ofen) gebaut wurde, soll sich in ein Kulturviertel mit industriegeschichtlichem Themenpark und Zentrum für zeitgenössische Kunst verwandeln. Denn 2010 will Pécs als europäische Kulturhauptstadt alle Blicke auf sich lenken.

Schon im Hoch- und Spätmittelalter war es kulturelles Zentrum des Landes. Ob als Bischofsitz (seit 1009), erste Universitätsstadt Ungarns oder als Zentrum der Donauschwaben - auch die Vorfahren von János sind Deutsche -, Pécs hat eine lange und multikulturelle Geschichte. Zahlreiche Baudenkmäler sind Zeugen der Vergangenheit, in der sich lateinische, türkische, deutsche, kroatische und ungarische Kulturschichten überlagerten.

"Einst kamen die Fremden", sagt János und meint damit die Deutschen, "auf 'Ulmer Schachteln', sogenannten Einwegbooten, und blieben, um zu arbeiten. Heute kommen sie mit der Eisenbahn oder im Flugzeug und machen Urlaub."

Die Auswanderer waren damals nach den Türkenkriegen willkommen. Die Touristen sind es heute auch. Sie mögen das leicht orientalische Gepräge, das Moscheen, Ruinen osmanischer Bäder und schlanke Minarette aus den 143 Jahren türkischer Besetzung der Stadt verleihen.

Die Kasim-Gazi-Pascha-Moschee dominiert noch heute den Széchenyi-Platz in der alten Innenstadt, von dem die Straßen strahlenförmig bis in die Randgebiete führen. Der charakteristische, um 1580 errichtete Kuppelbau ist Ungarns größtes Baudenkmal aus der Türkenzeit.

Der Halbmond auf dem grünen Dach der Moschee, die längst zur katholischen Kirche umfunktioniert ist, trägt ein Kreuz. Auch das Reiterstandbild des Türkenbezwingers Janos Hunyadi gegenüber symbolisiert die Rückkehr der Christen in diese Region.

Die Einheimischen werden nicht gern an die Türkenherrschaft erinnert. In ganz Ungarn ist nur eine einzige Moschee mit Minarett unversehrt erhalten geblieben. Sie steht nur wenige Gehminuten von diesem Hauptplatz entfernt. Aber János zeigt den Gästen lieber den Weg auf den Misina-Berg, von dem sich eine wunderschöne Aussicht auf die schönen alten Häuser mit der kunstvollen Baukeramik Zsolnays bietet.

Cornelia Höhling, ddp

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