Donnerstag, 9. Februar 2012, 15:47 Uhr

manager magazin



Reisemanager magazin RSS  - Reise - Reise

Alle Artikel und Hintergründe

21.03.2008
 

Jakobspilger

Der Weg als Ziel

Hape Kerkelings Buch über seine Reise auf dem Jakobsweg ist mit einer Auflage von 2,7 Millionen das bisher meistverkaufte deutsche Sachbuch. Deutsche Pilger eifern in Scharen dem prominenten Trendsetter nach. Das Beten mit den Füßen ist zum Volkssport geworden, bietet aber noch immer Besinnlichkeit und berührende Begegnungen.

Santiago de Compostela - Vor einem Jahr konnte sie kaum laufen. Nach einem schweren Fahrradunfall wäre Rosi Brüggenwerth aus Schwerte fast gestorben. Hüftbruch, Beckenbruch, Lungenembolie. Jetzt will sie wieder ihren Körper spüren. Schritt für Schritt geht die schlanke Frau, bis sie nur noch den Takt der eigenen Füße fühlt. Sie ist 60 Jahre alt, blond und trägt immer Lippenstift. "Das Ziel zieht", sagt sie. Auf dem Rücken ein acht Kilo schwerer Rucksack, an dem eine Jakobsmuschel baumelt, das Erkennungszeichen der Pilger.

Am Ende wird sie etwa eine Million Schritte gegangen sein. Das sind rund 700 Kilometer von Pamplona bis Santiago de Compostela, bis zum Grab des Apostels Jakob. Rosi will sehen, was mit ihr in dem Monat passiert. Am Anfang ist die Motivation. Das Gefühl, angekommen zu sein, soll folgen. Dazwischen liegt ein Weg.

Der Jakobsweg ist neben den Strecken nach Rom und Jerusalem eine der großen Pilgerrouten der Christenheit. Auf einigen der Steine des Weges sind schon im Mittelalter Wanderer gelaufen. Von Deutschland, den Niederlanden oder Italien gibt es noch Wege bis nach Spanien, die sich alle auf dem "Camino francés" bei Puente la Reina treffen, der Hauptroute der Jakobspilger.

Viele Motive, ein Ziel

Im Mittelalter gingen die Menschen den Jakobsweg auf der Suche nach einer Wunderheilung oder damit Gott ihnen ihre Sünden vergibt. Eine Jakobspilgerschaft zählte so viel wie die Teilnahme an einem Kreuzzug. Heute sind die Motive so verschieden wie die Pilger. Nur das Ziel ist dasselbe.

Viele der rund 100.000 Pilger jährlich sind heute nicht auf der Suche nach Gott, sondern nach sich selbst. Oder einem Ausweg. Ein Kanadier erzählt, dass er den Weg schon zweimal gegangen sei, um eine Entscheidung zu treffen. Nach dem ersten Mal gab er seinen Job als Chemiker auf und wurde Musiker, nach dem zweiten Mal trennte er sich von seiner Frau.

Beim dritten Anlauf genießt er einfach den Weg ohne zu grübeln - und spaziert mit einer jungen Israelin an der Hand vorbei. Zusätzlicher Ansporn für die Strapazen ist eine Pilgerurkunde, die "Compostela", die jeder bekommt, der die letzten 120 Kilometer zu Fuß oder die letzten 200 Kilometer geritten oder geradelt ist. Stempel, die in den Herbergen oder Kirchen vergeben werden, dokumentieren den Weg.

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© manager magazin Online 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service manager magazin mobilmm mobil Twitter-FeedsTwitter-Feeds
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z SPIEGEL-Gruppe - Nachdruckrechte und LizenzenNachdrucke WährungsrechnerWährungsrechner
Ihr persönliches DepotDepot Newsletter-Abo: managerupdateNewsletter-Abo Werbung buchenWerbung buchen
E-MailE-Mail RSSRSS-Newsfeed Info: Wir über unsWir über uns
KurseKurse Der Shop von manager magazin und Harvard Business ManagerShop manager-magazin.de als Startseite einrichtenmm.de als Startseite
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Nach oben