Halifax - Die Stadt hat die Ruhe weg: Halifax an Kanadas Ostküste mag es gemütlich. Wer sich hier auf ein Bier verabredet, muss damit rechnen, ein oder zwei Stunden auf das Eintreffen seiner Freunde zu warten.
Die notorische Unpünktlichkeit der Einheimischen brachte einst schon einen königlich-britischen Truppenkommandeur zur Weißglut. Er schenkte der Stadt deshalb 1803 eine große Uhr. Bewirkt hat sie aber wenig: Die "Town Clock" tickt bis heute in einem hübschen, achteckigen Turm am Osthügel der Zitadelle vor sich hin, doch mit der Pünktlichkeit nimmt man es immer noch nicht so genau.
Im Grunde ist diese Gelassenheit einer der sympathischsten Züge der Stadt. Halifax hat sich trotz mancher Hochhäuser, 280.000 Einwohnern und der längsten innerstädtischen Hafenpromenade der Welt eine nahezu dörfliche Atmosphäre bewahrt. Kaum zu glauben, dass hier 1995 ein G7-Gipfel stattfand.
Die Hauptstadt der Provinz Nova Scotia (Neuschottland) gab sich damals alle Mühe, als Weltstadt zu erscheinen. Die Wahrheit ist anders. Auf den Landstraßen der Provinz begegnet man eher einem Elch als einem anderen Autofahrer, die Hauptexportgüter sind Weihnachtsbäume, Hummer und Blaubeeren.
Als Touristenziel ist Halifax dafür umso überzeugender. Nicht nur, weil es ein guter Startpunkt ist für Touren entlang der kanadischen Atlantikküste und der Bay of Fundy mit dem höchsten Gezeitenwechsel der Erde - 16 Meter beträgt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut. Auch die Stadt selbst bietet einiges.
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