Cartagena - Die Gassen der Altstadt von Cartagena sind voller Menschen. Nach der Tageshitze flanieren und shoppen am späten Nachmittag Einheimische und Gringos zwischen den Festungsmauern, Kirchen und Museen. An der Plaza de Santo Domingo posieren Touristen vor einer massigen Frauenskulptur des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero für Fotos. Händler offerieren Nüsse, Hüte und Stickereien. Abends sind die vielen Cafés und Restaurants in der Altstadt gut besucht. Auf der nahen Stadtmauer spielt eine Band. Jung und Alt schauen beim Tanzen auf das Karibikmeer, in dem sich der Mond spiegelt.
Kolumbien sieht wieder Chancen im Tourismus. Die Zahl der ausländischen Gäste steigt nach schweren Einbußen wieder kräftig. Etwa 15 deutsche Veranstalter haben Kolumbien im Angebot, andere den Fuß in der Tür. Das Auswärtige Amt warnt allerdings wegen der Entführungsgefahr im Lande weiter vor Fahrten mit Auto oder Bus und rät stattdessen zum Flugzeug.
Heute reisen Touristen dabei nicht nur an die Karibikküste nach Cartagena und auf die Inseln San Andrés und Providencia. Mancher mag es kaum glauben: Selbst Bogotá, Cali und Medellín haben wieder ausländische Gäste, nicht nur Geschäftsleute.
"Cartagena hat immer Touristen. Die Stadt war und ist sicherer als andere Regionen", sagt Carolina Bernal. "Heute machen Hotels und Restaurants natürlich bessere Geschäfte", so die Verkaufschefin im Nobelhotel Santa Clara, das zwischen die knapp 400 Jahre alte Grundmauern des gleichnamigen Konvents gebaut ist.
Im Dschungel lauern Rebellen
Stefan Pellkofer aus Straubing, Eigentümer des Restaurants Leon de Baviera, bestätigt die positive Entwicklung: "Es geht aufwärts. Das ganze Land profitiert vom Friedensprozess", sagt der Bayer, der mit seiner kolumbianischen Frau in der Weltkulturerbe-Stadt lebt.
Auch Ausflüge zu den Inseln vor Cartagenas Küste sind bei Touristen beliebt. Dschungel- und Dorfwanderungen können in entlegenen Regionen des Landes, wo noch Rebellen und Drogenbarone aktiv sind, gefährlich sein. "Bei uns ist es aber sehr sicher. Wir freuen uns über ausländische Gäste", sagt Señora Christilada. Die 60-Jährige hat einen Kramladen im 200-Seelen-Dorf Orica auf der Isla Grande. Etwa 45 Minuten sind es mit dem Boot von Cartagena zur Insel. Die meisten Gäste kommen zum Tauchen und Faulenzen.
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