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15.08.2007
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Florida

Hummerwahnsinn

5. Teil: Strafzettelflut

Strafzettelflut

Das könnte richtig teuer werden. Denn auch auf den Florida Keys stellt die Küstenwache klar, dass die Regeln eingehalten werden müssen. Spätestens bei der Abreise werden an Kontrollstationen gezielt Autos herausgewinkt und Kühlboxen untersucht. Hundeführer mit ihren Tieren werden aus anderen Staaten eingeflogen, und über den Buchten kreisen Hubschrauber. Die Wasserpolizei patrouilliert rund um die Uhr und stellt einen Strafzettel nach dem anderen aus.

"Die meisten messen ihren Fang nicht richtig", stellt Officer Robert Dube fest. Er legt seinen Hummermesser genau zwischen Kopfende und Schwanzansatz an. Wenn das Tier zu klein oder ein trächtiges Weibchen ist, wirft er es eigenhändig zurück ins Wasser.

Begehrte Delikatesse: Knapp eine Million Hummer musste bei der diejährigen "Minisaison" ihr Leben lassen
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DDP

Begehrte Delikatesse: Knapp eine Million Hummer musste bei der diejährigen "Minisaison" ihr Leben lassen

Das Vergehen kostet mindestens 295 Dollar. "Ich persönlich finde das zu teuer", gesteht er, und deswegen drückt er auch mal ein Auge zu. Schließlich geht er zur Hauptsaison selbst gern Hummer jagen. Er weiß, was die Amateurfischer bewegt. Gerade hat er den gesamten Fang einiger junger Leute aus Orlando zurück in die Fluten gekippt. "Alle zu klein, zwei sogar schon tot", sagt er.

Die vier Urlauber versuchen, sich den Frust nicht anmerken zu lassen. Für die zwei Tage Mietboot, Benzin und Hotel haben sie pro Kopf mehr als 500 Dollar ausgegeben. Seit Stunden suchen sie schon nach Hummern, und noch vor ein paar Minuten waren sie stolz, endlich ein paar gefangen zu haben. Dube entdeckt einen weiteren Mangel: die Tauchflagge ist nicht richtig am Boot befestigt. Doch er will es nicht noch schlimmer machen. "Diesmal gibt's nur einen Strafzettel", entscheidet er. "65 Dollar für die Flagge. Vergessen wir die 295 Dollar für die kleinen Hummer."

Die jungen Leute lächeln verkrampft. "Für uns ist die Saison beendet", beschließen sie. "Wir geben das Boot zurück und kaufen unseren Hummer im Supermarkt." Auch die Mitglieder der Großfamilie unter der Key Long Brücke hat's erwischt. Sie geben zum ersten Mal seit Jahren frühzeitig auf. Mit grimmigen Gesichtern räumen die Männer die Campingsachen ins Auto.

"Es ist einfach zu viel los hier", erklärt die immer strahlende Jessica. "Wir haben wirklich versucht, die Regeln einzuhalten. Alle zehn Minuten kam eine andere Patrouille vorbei. Am Ende gab's dann endlich einen Strafzettel - für unerlaubtes Heraushängen der Füße vom Boot! 61 Dollar es reicht." Die Familie fährt heim, immerhin mit 66 Hummern im Gepäck. Ihren Platz unter der Brücke hat schon ein anderer Taucher in Beschlag genommen.

Am Ende des zweiten Tages haben knapp eine Million Hummer ihr Leben gelassen. Doch für die Menschen haben sich die strengen Kontrollen ausgezahlt. Es gibt keine schweren Unfälle. Nur ein Taucher hat einen Herzinfarkt erlitten - noch bevor er den ersten Hummer packen konnte.

Carolin Reiter, dpa

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