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02.05.2007
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Äthiopien

Urlaub im Armenland

2. Teil: Lalibela, ein heiliger Ort

Lalibela, ein heiliger Ort

Wer alle Sehenswürdigkeiten Äthiopiens in Ruhe genießen will, aber keine drei bis vier Wochen Zeit hat, sollte für Teilstrecken das dichte Inlandsnetz der Ethiopian Airlines nutzen - Stullenpakete muss übrigens wirklich niemand mitbringen. Aber auch Auto- oder Bustouren gehören zu jeder Äthiopien-Reise. Sie führen über Schwindel erregende Serpentinen, mehr als 3000 Meter hohe Pässe und vorbei an bizarren Berggipfeln. Besonders sehenswert sind sie im Simien-Nationalpark zwischen den Kaiserstädten Aksum und Gondar im Norden Äthiopiens.

Pflichtprogramm für Äthiopien-Urlauber: Die Felsenkirchen von Lalibela aus dem 12. Jahrhundert
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Pflichtprogramm für Äthiopien-Urlauber: Die Felsenkirchen von Lalibela aus dem 12. Jahrhundert

Selbst wer wenig Zeit hat, kann auf das absolute "Muss" einer Äthiopien-Reise kaum verzichten: Lalibela. Dieser heiligste Ort des äthiopischen Christentums war es, bei dessen Beschreibung sich Francisco Alvarez ernsthaft fragte, ob die Welt ihn nicht für einen Lügner halten wird. Bis heute ist schwer vorstellbar, wie es Menschen im 12. Jahrhundert gelang, elf Kirchen in jeweils einem Stück aus dem massivem Felsgestein herauszumeißeln und von innen auszuhöhlen. Diese Bauwerke stehen Kultbauten im pharaonischen Ägypten und im antiken Jordanien kaum nach. Sie gelten vielen als das "achte Weltwunder".

Legenden und einige abenteuerliche Thesen ranken sich um die Kirchen, die keine Museen sind, sondern täglich von Gläubigen genutzt werden. Touristen sind hier geduldete Gäste, solange sie die Betenden nicht stören. Gern erteilen Priester in farbenprächtigen Gewändern auch den "Ferendschis", wie Ausländer in Äthiopien genannt werden, mit den reich verzierten Kreuzen ihrer Kirche den Segen.

Und gern erzählen sie, wie einst König Lalibela von Gott den Auftrag bekam, in seiner Königsstadt, die damals noch Roha hieß, ein "afrikanisches Jerusalem" zu errichten. So sind die Sakralbauten Kirchen und Orten im Zentrum des Heiligen Landes nachempfunden, darunter auch Golgotha, dem Hügel, auf dem Jesus den Evangelien zufolge gekreuzigt wurde.

Auf der Suche nach der Lade

Ebenso fest wie an die göttliche Entstehungsgeschichte Lalibelas glauben Äthiopiens Christen daran, dass der jüdische König Salomo, der im 10. Jahrhundert vor Christus Israel zu einer kulturellen Blüte führte, ihr Stammvater ist. Der Legende nach brachte die einst im nordäthiopischen Aksum regierenden Königin Makeda einen Sohn namens Menelik zur Welt, der von Salomo gezeugt worden sei. Als sein Vater ihn zum Herrscher Äthiopiens machte, soll Menelik aus Jerusalem nicht nur hunderte jüdische Priester mit in seine Heimat gebracht haben, sondern auch die Heilige Bundeslade mit den Tafeln der Zehn Gebote.

Äthiopier nennen die Lade "Tabot". Sie sind davon überzeugt, dass das Original, das niemand sehen darf, in den Kellergewölben der Marienkirche von Aksum ruht. Abbildungen der Lade gibt es in jeder äthiopischen Kirche. Zu Festtagen tragen Priester sie bei prächtigen Prozessionen durch die Menge der Gläubigen.

Die meisten westlichen Historiker und Theologen ziehen Äthiopiens Version über den Verbleib der als verschollen geltenden Bundeslade in Zweifel. Der britische Forscher Graham Hancock hingegen hat Indizien dafür zusammengetragen, dass die Lade tatsächlich im Besitz der äthiopisch-orthodoxen Kirche sein könnte. In seinem Buch "Die Wächter des Heiligen Siegels" geht er auch der Frage nach, ob sich nicht schon die Tempelritter in Äthiopien auf die Suche nach der Bundeslade gemacht haben und ob nicht sie es waren, die beim Bau der Felskirchen halfen. Beweise dafür kann allerdings auch Hancock nicht liefern.

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