Tokio - Wie im Rausch wirkt das Land, wenn sich die Sakura, die Kirschblüte, Jahr für Jahr wie eine blassrosa Flut über das Archipel ergießt. Sobald die ersten Blüten sprießen, gibt es in Nippon kein Halten mehr. Im Fernsehen, im Radio, den Zeitungen und im Internet wird ausführlich über die seit über einem Jahrtausend die Japaner betörende Blütenpracht berichtet.
Gebannt verfolgt die fernöstliche Nation den Verlauf der "Sakura- Front" vom südlichen Kyushu bis in den Norden. Höchst akkurat ermittelt das Wetteramt die voraussichtlichen und tatsächlichen Termine, an denen sich die Knospen in den verschiedenen Gegenden des Inselreiches zur Blütenpracht entfalten. Auf speziellen Seiten im Internet finden sich Kirschblüten-Fotos, die Sakura-Liebhaber im ganzen Land mit ihren in Handys eingebauten Kameras schießen.
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Tokio im Kirschblütenrausch Bitte klicken Sie auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen. |
Beim "Sakura-Projekt" zum Beispiel kann man sich als so genannter Monitor auf einer Internet-Seite per Handy als eine Art Kirschbaumbeobachter registrieren. Jedes Mitglied hat dann die Aufgabe, die Entfaltung der Blüte eines bestimmten Kirschbaums in seiner Region per Handy-Kamera fortlaufend zu dokumentieren und zu kommentieren. Zeitschriften informieren derweil in Extraausgaben über die schönsten Plätze für das Hanami, die Blütenschau, meist feuchtfröhliche Feiern unter den blühenden Kirschbäumen.
In Parkanlagen und selbst auf schmalen Sandstreifen neben der Straße - kaum ein Fleckchen mit Kirschbäumen, wo nicht fröhliche Grüppchen und ganze Firmenbelegschaften auf Matten hocken und bis spät in den Abend hinein ausgelassen trinken, singen und tratschen.
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