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21.09.2004
 

Ballonsafari

Völlig abgehoben

Von Marion Frahm und Michael Lindner (Fotos)

Der Kanadier David Acton schwebt jeden Morgen mit seinem Ballon über der Masai Mara. Zwischen August und Oktober beobachtet er zu seinen Füßen fast 1,5 Millionen Gnus, Zebras, Gazellen und Antilopen auf ihrer endlosen Wanderung zwischen Serengeti und dem kenianischen Tierreservat.

Auf was hatte sich der Kanadier da bloß eingelassen? Fünf Jahre bewarb David Acton sich unermüdlich um eine Stelle als Ballonfahrer in der Masai Mara und dann das. Die Ankunft im hektischen Nairobi war ein Schock. "Das hatte ich nicht erwartet."

  Marion Frahm  ist Reise- und Wirtschaftsjournalistin in Hamburg. Nach Studium und Volontariat lebte sie für einige Zeit in West-Afrika und bereiste seither Ostafrika viele Male.
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Marion Frahm ist Reise- und Wirtschaftsjournalistin in Hamburg. Nach Studium und Volontariat lebte sie für einige Zeit in West-Afrika und bereiste seither Ostafrika viele Male.

Zwei Monate kostete es ihn, den mitgebrachten Ballon durch den Zoll zu bringen und dann noch die Prozedur, bis die Behörde seine Fluglizenz anerkannte. Fast hätte er seine Abenteuerlust bereut. Doch das ist lange her, sechs Jahre um genau zu sein.

Und noch immer erzählt der 39-Jährige gerne, wie er blauäugig an seinem neuen Arbeitsplatz eintraf, den er noch nicht einmal als Tourist zuvor gesehen hatte - heute mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Einmal ist er noch weggegangen, nach Schweden für ein halbes Jahr, doch dort konnte er nicht genügend Fliegen, und er ist zurückgekommen.

In Kenia fliegt er fast jeden Tag. In seinem Ballon über der Masai Mara strahlt Davids Gesicht. Mehr noch als die Touristen kann er die Natur, das einmalige Schauspiel, das sich wenige Meter unter seinem Ballon am Mara Fluss und auf den Plains abspielt, genießen.

  Startvorbereitung:  Am frühen Morgen werden die Ballons mit heißer Luft befüllt
  Es geht heiß her:  Helfer versuchen den Ballon so lange wie möglich in der Horizontalen zu halten
  Ruckzuck:  Der Korb kippt. Nun muss es schnell gehen
  Starthektik:  Jetzt müssen die Passagiere schnell an Bord. Sonst hebt der Ballon ohne sie ab
  In seiner ganzen Pracht:  Das beeindruckende Fluggerät vor dem Abheben
  Blick zurück:  Während der erste Ballon bereits in den afrikanischen Morgenhimmel entschwebt, steigt auch der Zweite auf
  Schwindelfreiheit ist Voraussetzung:  Die Ballons sind auf dem Weg
  Beeindruckende Aussicht:  Die Masai Mara von oben
  Relaxter Flug:  Die 747 unter den Ballons nimmt Fahrt auf
  Pilot und Reiseleiter:  David Acton erklärt den Gästen die Tierwelt am Boden
  Frisch getauft:  Sektfrühstück nach der Landung
  Der Chef:  David Acton kutschiert die Gäste sicher über die Masai Mara

Flug ins Abenteuer
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Für eine Ballonfahrt über der Masai Mara heißt es früh aus den Federn und Zelten kommen. Bereits in der tiefschwarzen Nacht verlassen Jeeps die weiter entfernt liegenden Camps und Lodges. Mit unschlagbaren Ortskenntnissen folgen ihre Fahrer den einsamen Pisten und wählen an den undefinierbaren Kreuzungen den richtigen Weg zum Little Governors' Camp (www.governorscamp.com). Begleitet nur von den blitzenden Augenpaaren streunender Hyänen, dem monotonen Grunzen der grasenden Gnus und im Scheinwerferlicht leuchtenden Zebrastreifen.

Zu so nachtschlafender Zeit in der dunklen, kühlen Morgenstunde sind seine Fahrgäste noch nicht allzu gesprächig. David Acton kann es verkraften. Später, während der Fahrt, wenn er - Entertainment bewusst - über die Landschaft berichtet, hängen sie förmlich an seinen Lippen.

Mit dem dampfendem Kaffeebecher in der Hand, die Fliegerjacke noch über das weiße Pilotenhemd gezogen und dem Baseballcap mit der Aufschrift "Flying Beavers" aus seiner Zeit als Pilot in Kanada auf dem Kopf, betrachtet David versonnen, wie sich die regenbogenfarbenen Hüllen des Ballons allmählich mit Leben füllen. An diesem Morgen starten zwei in die Lüfte. David steuert den großen, "den 747 unter den Ballons", wie er sagt, mit zwölf Plätzen.

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