Dienstag, 21. November 2017

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Die Neuheiten der IAA Zwischen Dieselgate und neuer Mobilität

Die Neuheiten der IAA: Alle paar Meter ein SUV
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Ford

Noch nie war die Zukunft des Autos so ungewiss wie zu dieser IAA. Die Hersteller ringen um umweltgerechte Alternativen zu Verbrennungsmotoren. Gleichzeitig könnten digitale Technologien das Autofahren grundsätzlich verändern. Zwischen Dieselangst und "New Mobility" sucht die Internationale Automobilausstellung (IAA, 14. bis 24. September) in Frankfurt am Main sowohl nach Antworten in der aktuellen Vertrauenskrise als auch nach neuen Mobilitätskonzepten.

Der Präsident des deutschen Auto-Branchenverbands VDA, Matthias Wissmann, würde am liebsten nur über das Morgen reden. "Das Auto der Zukunft fährt vernetzt und automatisiert. Keine andere Automobilmesse setzt den Schwerpunkt Digitalisierung so stark wie die IAA", kündigte der Lobbyist zur inzwischen 67. Ausgabe der IAA an.

Stolz präsentiert der Verband große IT-Firmen wie Google Börsen-Chart zeigen, SAP Börsen-Chart zeigen und Facebook Börsen-Chart zeigen sowie den Chip-Riesen Qualcomm Börsen-Chart zeigen als Messeteilnehmer. Mit den Daten-Giganten wird man zusammenarbeiten müssen, wenn zukünftige Autos mit ihrer Umgebung Informationen austauschen sollen - eine unverzichtbare Bedingung für vernetztes und autonomes Fahren.

Die globalen Aussichten sind ohnehin deutlich rosiger als auf dem vom Diesel-Skandal schwer erschütterten Heimatmarkt, den die Hersteller mit kräftigen Rabatten pushen müssen. 85,3 Millionen Autos werden nach Berechnungen des Car-Instituts der Universität Duisburg-Essen voraussichtlich 2017 weltweit verkauft, 2,6 Prozent mehr als 2016.

Die deutschen Hersteller haben im vergangenen Jahr von ihren oft hochklassigen und teuren Modellen fast 16 Millionen Stück abgesetzt. Ein gutes Drittel (5,7 Millionen) davon wurde im Inland zusammengebaut, mehr als 800.000 Arbeitsplätze hängen direkt an der Kernbranche.

Bis 2020 zeichnet Autoexperte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler aber ein eher düsteres Bild. Ein Mix aus stark steigenden Kosten für Elektrofahrzeuge und die Dieselprobleme dürften die Gewinne unter Druck setzen. "Mit Dieselautos hat man immer schon mehr Geld verdient als mit Benzinern", erklärt der Analyst. Doch der Dieselanteil bei neuen Autos rutscht in Deutschland derzeit immer stärker ab.

Das bei Autobesitzern unliebsame Schlagwort "Diesel-Fahrverbot" nehmen Politiker vor der Bundestagswahl zwar nur ungern in den Mund - aber die Diskussion schwelt weiter. "Das Risiko von Fahrverboten für Diesel wird bestehen bleiben", glaubt Pieper. Auch nach den Umstiegsprämien werde es wohl bei hohen Rabatten bleiben müssen. Ob und wie Dieselmotoren selbst neueren Typs nachgerüstet werden können, um die Stickoxidbelastung in den Städten zu senken, darüber tobt auch nach dem Dieselgipfel weiter ein erbitterter Streit.

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