Mittwoch, 19. September 2018

Peking zum Gegenschlag bereit China warnt Trump vor neuen Strafzöllen

Frachthafen in Shanghai: Handelsstreit spitzt sich zu

Kurz vor der möglichen Ankündigung neuer US-Strafzölle hat China vor einer Zuspitzung des Handelskonflikts gewarnt. Gao Feng, ein Sprecher des Pekinger Handelsministeriums, bekräftigte am Donnerstag, dass China mit Gegenmaßnahmen reagieren werde, sollte US-Präsident Donald Trump seine Drohung verwirklichen und neue Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar erheben.

"Wir werden die notwendigen Gegenmaßnahmen einleiten", sagte Gao Feng. Zudem kündigte er Hilfen für Unternehmen an, die durch die Strafzölle in Schwierigkeiten geraten könnten. Dies gelte auch für ausländische Firmen, die in China aktiv sind.

Nachdem am Mittwoch in den USA eine öffentliche Anhörungsfrist zur neuen Runde von Strafzöllen endete, rechneten Beobachter mit einer schnellen Entscheidung aus Washington. Im Raum stehen weitere Zölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Waren im Wert von rund 200 Milliarden US-Dollar.

USA exportieren Waren im Wert von 130 Milliarden Dollar nach China

Die vorläufige Liste hierfür umfasst Konsumgüter wie Möbel und Lebensmittel. Peking hatte bereits zuvor angekündigt, darauf mit zusätzlichen Sonderabgaben auf Importe aus den USA im Wert von 60 Milliarden US-Dollar reagieren zu wollen.

Mit den bereits in Kraft getretenen Strafzöllen würden dann etwa die Hälfte aller Importe aus China mit Abgaben überzogen. China kann Vergeltung mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA nur begrenzt üben, weil die USA nur Waren für 130 Milliarden US-Dollar nach China ausführen.

Peking nimmt Starbucks, Apple und Nike ins Visier

Beobachter wiesen jedoch darauf hin, dass Peking andere Möglichkeiten habe, um Washington unter Druck zu setzen. So könnte etwa US-Unternehmen wie Starbucks , Apple oder Nike , die seit Jahren enorm von der Konsumlust des Milliardenvolkes profitieren, die Geschäfte in China erschwert werden.

la/dpa/reuters

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