Montag, 11. Dezember 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Rückblick auf die Berliner Fashion Week Düster mit Aussicht auf Besserung

Arm und nicht mal sexy: Es wäre leicht, sich über die Berliner Fashion Week zu mokieren. Doch die wichtigste deutsche Modemesse war selten mutiger - und selbstkritischer.

Berlin - Es ist einfach, die Fashion Week in Berlin schlechtzureden. Das war schon immer so, in diesem Jahr aber besonders einfach. Mit Lala Berlin und Michael Michalsky haben zwei der bekanntesten Labels auf eine große Laufstegschau verzichtet. Die Messe Bread & Butter meldete Insolvenz an.

Dafür stakste eine 14-Jährige über den Laufsteg, deren Model-Qualitäten in roten Haaren und - vor allem - einem prominenten Nachnamen bestanden. Anna Ermakova, Tochter einer damals unbekannten Frau und einem umso bekannteren Tennisspieler: Boris Becker. Die Kritik also ist einfach: Wenn eine Fashion Week es nötig hat, auf diese Weise um Aufmerksamkeit zu heischen, dann darf man sie nicht so ernst nehmen wie New York, London, Mailand. The Berlin Fashion Week: arm und nicht mal sexy. Einerseits.

Andererseits: Großer Trubel in der Stadt, vier Tage lang. Zahlreiche Messen, hundert Schauen und 200.000 Besucher. Und darf das Foto einer rothaarigen 14-Jährigen wirklich das Bild der - unbestritten - wichtigsten deutschen Modewoche bestimmen? Nein, dafür gab es zu viele andere Bilder, zu viele andere Eindrücke. Berlin mag nicht New York, London, Mailand sein, aber das muss es auch nicht. Die Qualität der Berliner Fashion Week ist eine andere.

Da waren junge Designer wie Bobby Kolade, die ihre vielversprechenden Entwürfe erstmals im Rahmen der Fashion Week präsentierten. Da waren Modewochen-Routiniers, die überraschten - so wie Lena Hoschek, die eine ungewohnt zurückgenommene, reifere Kollektion zeigte; oder wie Leyla Piedayesh, die kein großes Spektakel im Modezelt veranstaltete, sondern elegante Abendkleider in gemütlicher Dinner-Atmosphäre vorführen ließ.

Wir blicken zurück auf die Fashion Week: auf die Neuerungen, auf die Laufsteg-Trends, die prominenten Gäste und die aufsehenerregendsten Models.

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH