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15.01.2013
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Modeschöpferin Hoschek
"Frauen müssen kurvig sein"

Lena Hoschek: Unbeschreiblich weibliche Mode
Fotos
Lupi Spuma / Lena Hoschek

Ein Besuch bei Designerin Lena Hoschek ist wie eine Reise in die 40er und 50er Jahre. Ihre Mode ist hochgeschlossen und zugleich gewagt feminin. Wer sie trägt, muss Mut haben. mmo-Autorin Sarah J. Tschernigow traf die 32-jährige Grazerin bei ihren Vorbereitungen zur Berlin Fashion Week.

mm: Frau Hoschek, ihre Mode ist hochgeschlossen, feminin und teilweise bieder. Frauen, die in den 50er Jahren am Herd standen, hätten Ihre Sachen geliebt. Wie passt dieser Stil zur Power-Business-Frau von heute?

Hoschek: Für mich schließt sich das nicht gegenseitig aus. Ich selber bin beides. Ich mag es einerseits altmodisch elegant, mit Tradition, und ich liebe die weibliche Silhouette der 40er und 50er Jahre. Andererseits bin ich taff und emanzipiert. Nur wer ein gut entwickeltes Selbstvertrauen hat, kann sich weiblich anziehen, ohne dabei zu fürchten, nachteilig behandelt oder abgestempelt zu werden.

mm: Aber mit einem Petticoat würde ich nun nicht ins Büro gehen...

Hoschek: Dann sind Sie vielleicht noch nicht so emanzipiert, wie ich (lacht). Ernsthaft, die Generation der Frauen um dreißig ist doch mit dem Selbstbild aufgewachsen: Ich bin eine Frau, ich habe Intellekt, ich habe Businessideen, und ich setze mich durch. Es geht doch heute nicht mehr darum, ob meine Kleidung gesellschaftlich in Ordnung ist. Ich selber wurde schon immer so akzeptiert, wie ich war und habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, wie Kleidung auf anderen wirken könnte. Ich habe schon in der Schule experimentiert und mich teilweise sehr kokett angezogen, manchmal richtig billig mit kurzen Miniröcken. Trotzdem wurde ich nie als Dummchen abgestempelt.

mm: Das heißt, Sie machen Mode für selbstbewusste und mutige Frauen?

Hoschek: Genau. Also ein Püppchen, das den ganzen Tag vor dem Spiegel steht und sich mit Lippenstift beschäftigt, habe ich beim Designen definitiv nicht im Kopf. Für diesen Typus gibt es auch schon genug am Markt. Als ich anfing, habe ich aus Eigenbedarf gehandelt. Denn gute Mode für meine sehr kurvige Figur gab es nicht. Ich habe keine frei schwingenden Röcke gefunden. Ab den 90er Jahren war alles straight, minimalistisch und für Frauen, die groß und schlank sind. Eine schöne Frau ist für mich wie eine Bergstraße. Je mehr Kurven, desto besser. Ich selber habe eine Taille von 38, obenrum eine 40 und untenrum eine 42.

mm: Haben Frauen heute vielleicht eine neue Sehnsucht nach Weiblichkeit?

Hoschek: Es muss so sein, sonst wäre ich nicht so erfolgreich. Ich kann heute sagen, ich habe eine Nische gefunden. Ich bin selber überrascht, dass das sonst keiner macht. Wenn es mal auf den Laufstegen eine Retrowelle gibt, ebbt die schnell wieder ab und wir sind bei Lady Gaga. Bei der Mode heute geht es vor allem um Coolness, Lässigkeit, aber weniger um den Menschen dahinter. Mode ist nicht mehr typgerecht. Alle rennen einem Trend hinterher und sind gleich individuell. Früher gab es auch Trends, aber es ging um Wertigkeit, Haltbarkeit, Details und darum, die Frau schöner zu machen und nicht umgekehrt, die Frau die Mode.

mm: Es klingt so, als setzten Sie ein Statement gegen den runtergehungerten, androgynen Modeltyp auf den Laufstegen...

Hoschek: Da fehlt doch jede sexuelle Ausstrahlung! Ich habe auch immer das Gefühl, dass Essen und Sex zusammenhängen. Wer nicht gerne isst, oder sogar hungert, der kann auch sonst kein sinnlicher Mensch sein und sich gehen lassen. Das sieht man auch an der Körpersprache.

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