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07.02.2013
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Westernstiefel
Edeltreter für Cowboys

Aus Calgary berichtet Adrienne Friedlaender

Cowboystiefel: Leder von Kuh, Schlange oder Rochen
Fotos
Adrienne Friedlaender

In der kleinen Manufaktur Alberta-Boot-Company in Kanada entstehen täglich Duzende von Cowboystiefeln. Schauspieler wie Brad Pitt, Spitzensportler und die kanadische Mountain Police gehören zu den Kunden. mmo-Autorin Adrienne Friedlaender hat sich bei den Stiefelmachern umgesehen.

Calgary - Es riecht nach Leder. An den Wänden hängen Rodeoposter und gerahmte Bilder mit Westernmotiven. Eifrig läuft Ben Gerwing zwischen Laden und Werkstatt hin und her, berät hier einen Kunden, fasst dort in der Fertigung mit an. Der 26-jährige Manager und Enkel des Gründers der Alberta-Boot-Company - einer Manufaktur für Westernstiefel - ist aktiv im täglichen Geschäft dabei.

Seit 1978 werden hier im kanadischen Calgary Cowboystiefel auf traditionelle Weise und in Handarbeit gefertigt. Zu den Kunden zählen nicht nur die Cowboys und Cowgirls aus der Provinz, sondern Westernfreunde aus ganz Kanada. 1988 lieferte das Unternehmen sogar den offiziellen Westernschuh zu den Olympischen Winterspielen in Calgary.

Gerwing trägt sein Cowboyhemd lässig über der Jeans, dazu dunkelbraun geölte Stiefel aus Kuhleder. Sein Lieblingspaar. "Ich habe nur fünf Paar zu Hause. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass ich seit zwölf Jahren im Geschäft bin", erzählt er. "Aber ich mag den Look abgetragener Stiefel und für mich selber mache ich nur selten ein neues Paar."

Stiefel aus Känguruleder

20 bis 30 Paare fertigen der Manager und das Duzend Mitarbeiter pro Tag. Die Regale des Ladens sind gefüllt mit Stiefeln in allen Formen und Farben - mehr als 8000 Paar. Das Alberta-Boot-Team produziert die Schuhe jedoch nicht nur "von der Stange", sondern stellt auch Stiefel nach individuellen Wünschen und in Maßarbeit her. Ob rosa, grün, pink, im Reptillook oder klassisch schlicht, ob mit Namenszug oder Firmenlogo.

Die Wahl und Gestaltung des Cowboystiefels erfordert dabei größte Sorgfalt. Zunächst muss von den unzähligen großen Rollen im Lager das passende Leder ausgesucht werden. Traditionell sind die Cowboystiefel aus Kuhleder. Aber für extravagante Wünsche hat Gerwing auch einige exotische Ledersorten im Angebot: Alligator aus Louisiana, Känguru aus Australien, Rochenhaut oder Straußenleder aus Südafrika.

Leder auf die Leisten

Ist das Leder ausgesucht, wird es unter einer hydraulischen Presse ausgebreitet. Dann werden die verschiedenen Schnittformen, die für die Herstellung gebraucht werden, ausgestanzt. Näherinnen fügen die Stücke zusammen. Eine Maschine näht aufwendige Ziernähte aus einem Computerprogramm auf die ausgestanzten Lederteile. Individuelle Ziernähte werden mit der Handnähmaschine angefertigt.

Danach bekommen die Stiefel ihre Passform. Unter Hunderten gelber Plastik-Fußmodelle, den sogenannten Leisten, wird die richtige Form und Größe gewählt und das gewässerte und bedampfte Leder um den Leisten gespannt bis es getrocknet ist. Sohle annähen, Absatz aufbauen und ab in den Karton.

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