Freitag, 22. März 2019

Personal Shopping im Netz Des Modemuffels neue Kleider

Mode für Männer: Passendes Outfit ohne Shopping
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4. Teil: Modomoto: Zwei Outfits mit Schleifchen

Direkt nach der Outfittery-Anmeldung registriere ich mich bei Modomoto. Hier läuft es anders: Kein Fragebogen, stattdessen zeigt mir Modomoto sechs Bilder mit verschiedenen Outfits: Die Klamotten liegen auf dem Boden, knitterig und knüddelig sieht das aus und irgendwie verhuscht. Das fängt ja gut an, denke ich. Eigentlich würde ich keines dieser Outfits tragen. Da das aber keine Option ist, entscheide ich mich für die Businessvariante mit weißem Hemd, dunkler Jeans und Jacke. Dann folgt doch ein Fragebogen - ich bin beruhigt.

Welchen Schnitt bevorzugen Sie? Eng. Welche Marken tragen Sie bevorzugt?Adidas, Diesel. Bei der Frage nach Marken, die ich ganz und gar nicht schätze, schreibe ich nichts. Wo haben Sie bisher bevorzugt eingekauft? Hier erscheinen Markennamen wie Peek & Cloppenburg, Zara, und zu meiner Erleichterung auch H&M. Denn es ist wahr: Bislang stammt der Großteil meiner Klamotten von den Schweden. Aber sicherheitshalber klicke ich auch auf Zara. Schließlich fragt Modomoto noch Größen und Probleme beim Klamotten-Shopping ab. Ich gebe an: "Ärmel oft zu kurz."

Wegen der "riesigen Nachfrage" würde ich nun auf eine Warteliste gesetzt, teilt mir Modomoto mit. Sorgen müsse ich mich aber nicht: "Unser Team wächst aktuell rasant, so dass es sicherlich nicht lange dauern wird, bis sich Ihre ganz persönliche Style-Expertin bei Ihnen meldet!" Zur Erinnerung: Bei Outfittery waren es zwei Tage. Doch Modomoto geht lediglich auf Nummer sicher - und ist ansonsten ehrgeizig.

Noch am selben Tag, nach unschlagbaren dreieinhalb Stunden, meldet sich die Style-Expertin. Sie ist sehr freundlich und klärt Details mit mir. Sie will wissen, ob ich bei T-Shirt eher zwischen S und M oder doch zwischen M und L liege, ob ich nur Jeans trage oder auch Chinos. Welche Farben ich mag und welche gar nicht gehen, ob Rund- oder V-Ausschnitt. Und ob es auch knallige Farben sein dürfen. Ich lasse mich gern überraschen - und Modomoto überrascht mich.

Feuer und Flamme

Nach nur zwei Tagen ist das Paket da. Es wirkt nicht ganz so wertig wie das von der Outfittery, ist aber auch nur halb so groß - und glücklicherweise nur halb so schwer. Dafür ist innen alles ganz liebevoll zurecht gemacht. Unter dem Modomoto-Papier, das ich sofort nach dem Fotoschießen aufreiße, verbergen sich zwei Häufchen Kleidung, drapiert mit weißem Stoffband und Schleife. In sämtliche Stücke sind Modomoto-Logos geheftet. Es sind zwei Outfits - damit man nicht lange überlegen muss, was zusammenpasst. Das gefällt mir als Shoppingmuffel und chronischem Faulpelz natürlich auch gut.

Wie bei Outfittery liegt in dem Paket eine Karte mit persönlicher Widmung. Sie kommt von meiner Style-Expertin Julia. "Passend zum Sommer habe ich Ihnen ein farbenfrohes Outfit rausgesucht, bei dem vor allem der rote, leichte Pulli hervorsticht", schreibt sie. Das andere Outfit sei klassisch, aber durch die hellen Farben "freundlichen gehalten". Dann wünscht Julia noch viel Spaß beim Anprobieren. Und ich kann es kaum erwarten!

Los geht's mit Outfit eins: Der Cardigan von Minimal ("Winter Sky", Gr. M, 50 Euro), der auch in den Sommer passt, war mir bereits beim Auspacken ins Auge gesprungen. Das weißblaukarierte Button-Down-Hemd von Olymp (Gr. 40; 49,95 Euro), das ich drunter ziehe, entpuppt sich jedoch als erste Enttäuschung aus dem Hause Modomoto: die Ärmel sind "extra kurz". Da muss bei der Gesprächsauswertung meiner Style-Expertin wohl etwas durcheinander gegangen sein. Die Chino von Minimum (Gr. 32/32, 70 Euro) in Cognac sitzt, ist aber ebenfalls zu kurz. Ich bin ernüchtert, freue mich aber trotzdem auf den roten Cardigan in Outfit zwei, den Style-Expertin Julia auf der Karte angepriesen hat.

Ich bin Feuer und Flamme! Raffiniert sind beim Cardigan von Campus ("Faded Poppy", Gr. M, 79,90 Euro) vor allem die Details: Dunkelblaue Linien umspielen die Außennähte, auf der linken Brust thront eine Tasche, die Innennähte der Knopfleiste sind Himmel. Ein Fest! Nur leider spannt der Cardigan ein wenig unter den Armen. Die dunkelblaue Hose von Scotch & Soda (Gr. 32/34, 89,95 Euro) passt farblich klasse und sitzt sowohl im Bund als auch in der Länge. Das Hemd von Campus ("x22 combo"; Gr. M; 49,95 EUR) ist bläulich-weiß und leicht verwaschen. Es sitzt, nur die Ärmel sind wieder zu kurz - allerdings kein Vergleich zu Outfit eins.

Folglich hat bei Modomoto ganz klar das Outfit zwei gewonnen. Hier passt fast alles. Allerdings würde ich etwa den Campus-Cardigan gern eine Nummer größer probieren. "Das hätte unsere Style-Expertin im Feedback-Gespräch mit Ihnen arrangiert", sagt Modomoto-Chefin Powalla, nachdem ich die Sachen zurückgeschickt habe. Bei dem Startup kümmern sich sechs Style-Expertinnen um die Kunden, eine siebte kommt demnächst dazu. Und der Bedarf ist weiter hoch: "Beratung hört nicht damit auf, dass wir etwas in das Paket hineinlegen", sagt Powalla.

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