Freitag, 16. November 2018

Personal Shopping im Netz Des Modemuffels neue Kleider

Mode für Männer: Passendes Outfit ohne Shopping
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2. Teil: Outfittery: Neun Kilo Kleidung für 1000 Euro

Ich registriere mich zunächst bei Outfittery.de. Statt mich zum Eingeben meiner Daten aufzufordern, setzt mir die Seite einen Fragebogen vor. "Welches Kleidungsstück finden wir am ehesten in ihrem Schrank?", will Outfittery wissen. Vor die Wahl gestellt zwischen Karohemd, Kaschmirpulli, Rugbyshirt und Sweater entscheide ich mich für letzteren. Nicht, dass ich keine Karohemden trüge, aber Zweifachnennung ist nicht möglich.

Ich verrate, dass ich Hosen nicht zu eng mag und gern mit Boot Cut. Und dass in meinem Schuhregal Sneakers und Ledertreter stehen, aber sicher keine Segelschuhe. So viel zu den Standardfragen.

"Welches Fahrzeug könnte Ihres sein?", fragt Outfittery darauf und zeigt mir vier Bilder: Eine Yacht? Nicht ganz meine Kragenweite. Audi A4? Gern in zehn Jahren. Einen 20 Jahre alten VW-Passat? Sympathisch. Aber ich bin mehr Schreiber als Schrauber. Glücklicherweise steht auch ein Fahrrad zur Wahl - das klicke ich an.

Auf die Frage, was ich im Beruf trage, entgegne ich "lässig schick" - auch wenn heute wieder mal die Chucks an meinen Füßen baumeln. Danach soll ich Marken auswählen: Ich setze ein Häkchen bei Adidas. Jack Wolfskin ist mir zu Outdoor, Ralph Lauren nicht mein Stil, und für Jack Jones müsste ich nur kurz in der Mittagspause zwei Straßen weiter gehen. Will ich aber nicht.

Natürlich muss ich auch noch meine Größen angeben und was ich so ausgebe für Klamotten. Das war's. Nun warte ich auf den Anruf meiner persönlichen Style-Expertin.

"Ich hoffe, ich konnte Deinen Geschmack treffen"

Zwei Tage nach der Anmeldung schickt mir Laura, meine neue persönliche Style-Expertin, eine freundliche E-Mail mit einem Terminvorschlag für ein Telefonat. Da ich bis dahin aber noch sechs Tage warten müsste, entscheide ich mich für einen weiteren Online-Fragebogen. Hier werden meine Größen noch einmal detailliert abgefragt, welche Farben ich mag, welche Schnitte ich bevorzuge. In sieben Tagen, heißt es dann in der Bestätigungs-Mail, soll ich meine Box in Händen halten. Sie kommt nach neun.

Der Karton mit dem Outfittery-Logo wirkt wertig. Er hat einen Plastikgriff und wird im Liegen aufgeklappt - ähnlich einer Apple-Verpackung. Klamotten im Wert von über 1000 Euro liegen vor mir. Das hat Gewicht: Neun Kilo bringt die Box auf die Waage. Zwischen Hemden und Hosen liegt eine Karte von Laura.

"Hallo lieber Torben", schreibt sie, "anbei sende ich Dir Deine erste Outfittery-Box. Ich hoffe, ich konnte Deinen Geschmack treffen und wünsche viel Spaß bei der Anprobe. Über Feedback würde ich mich sehr freuen. Herzliche Grüße, Laura." Das ist sympathisch. Und ich weiß sofort, dass sie sich Gedanken gemacht hat. Personal Shopping eben. Und ich muss nichts tun als anprobieren.

Die Zusammenstellung ist genau so, wie ich es mir wünsche. Es gibt mehrere Hosen und Hemden, ein Jackett, zwei Pullis, Unterwäsche, Socken, Sneaker und sogar Flip-Flops, die ich nach Lust und Laune kombinieren kann.

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