Samstag, 16. Dezember 2017

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Etuikleider fürs Büro Seriös, adrett, dezent

Für Sommertage im Büro ist ein Etuikleid genau das Richtige. Es ist nicht bieder, aber businesstauglich, macht eine gute Figur und lässt seine Trägerin als kompetente Geschäftsfrau erscheinen. Vorausgesetzt, sie beherrscht die Grundregeln des richtigen Kombinierens und trägt die passenden Schuhe.

Berlin - Wer sich im Job einer eher konservativen Kleiderordnung unterwerfen muss, kann dem auch Positives abgewinnen. Die verzweifelte Suche nach dem passenden Outfit ist damit oft viel einfacher. Und Mode für den Job muss trotzdem nicht langweilig sein. Vor allem der Evergreen, das Etuikleid, ist aktueller, pfiffiger und interessanter denn je - mit vielfältigen Schnittführungen, tollen Farben und interessanten Details.

Ein gut sitzendes Businesskleid verleiht seiner Trägerin eine kompetente, selbstsichere und seriöse Ausstrahlung. Das Etuikleid schmiegt sich einerseits eng um den Körper und zeichnet die Kurven nach. Dabei ist es andererseits in der Regel lang genug und mit geradem oder ovalem Ausschnitt hochgeschlossen genug, um angemessen für den Arbeitsalltag zu sein. Die Form des Kleides steht im Vordergrund, meist hat es wenig Details und Applikationen und wirkt daher dezent.

Lange trugen Frauen, die einer beruflichen Beschäftigung nachgingen und seriös gekleidet sein mussten, mindestens knielange Röcke, die sie mit Bluse und Jackett kombinierten. 1954 entwarf Designerin Coco Chanel auf Basis dessen ihre Kombination aus engem Rock und gerader Jacke ohne Kragen und einreihigen Goldknöpfen: das Chanel-Kostüm. Dessen schnörkelloser Stil findet sich im Etuikleid wieder, das erstmals schon in den 30er Jahren in Mode kam, aber erst in den 60er Jahren von Trägerinnen wie der US-Schauspielerin Audrey Hepburn und Präsidentengattin Jackie Kennedy berühmt gemacht wurde. Auch Chanel brachte solche Kleider dann heraus.

Lange sah man darin eben die züchtige Gattin oder die flotte Sekretärin, heute schreibt man es der strengen Bankerin und fleißigen Betriebswirtin zu, deren Unternehmen einen strengen Dresscode haben. Doch der Zeitgeist hat längst Einfluss auf dieses Bürokleid genommen - und es auch in Firmen mit lockeren Regeln gebracht.

Das Richtige nicht nur für Bankerin und Betriebswirtin

"Alles muss sehr lässig und optimistisch wirken", erklärt die Trendexpertin Elke Giese. Auch Elegantes müsse entspannt daherkommen. Wer mag, kann heute daher ein Etuikleid bekommen, das nicht mehr eng am Körper anliegt. Bei den luftigeren Varianten verwischen die Grenzen zwischen weiten Trapez- und Hängerkleidern immer mehr. Die weiblichen Rundungen können hier mit einem Taillengürtel betont werden, wie etwa Mango und Daniel Hechter zeigen. Beide vermeiden auch die eher klassisch-dezenten Farben: Statt schwarz, dunkelblau oder beige ist Hechters Kleid pink und das von Mango hat grün-hellblau gestreift.

Auch die Stoffwahl hat sich verändert. Lange war der Tweedstoff erste Wahl für Businesskleider. Heute sieht man es auch aus Seidenchiffon oder Viskose, selbst weiches Leder wird verarbeitet. Auch Details können heute aufwendiger sein, etwa Spitzeneinlagen, Kordeln oder Metallapplikationen. Doch trotz all der Möglichkeiten findet man in den meisten Kollektionen die schlichten Varianten ohne Schnickschnack, etwa bei Cinque, Kookai und COS. Denn das Schlichte lässt sich vielfältig kombinieren und mit dem richtigen Schmuck auch schnell vom Büro-Outfit zum Outfit für die Afterwork-Party gestalten.

"Weil es sich eher etwas zurücknimmt, wirken auffällige Ohrringe, XL-Ketten und eine kleine, metallische Clutch-Schatulle besonders edel", rät Ingo Brack von der Modeschule Esmod in München. "Außerdem lassen sich wunderbar farbige Strumpfhosen kombinieren - das liegt absolut im Trend".

Den nötigen Glamour am Abend verleihen auch High Heels und Wedges, Ballerinas machen das Bürokleid freizeittauglich. Doch während der Arbeitszeit sollten Frauen immer noch zu eleganten, aber unauffälligen Schuhen greifen, rät die Stylistin Dagmar Dobrofsky aus Berlin. Sie empfiehlt Modelle mit drei bis vier Zentimeter hohen, nicht zu dicken Absätzen.

Manja Greß, dpa

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