Mittwoch, 24. Oktober 2018

Stilberatung "Ich empfehle Hosenträger"

In der Krise hilft Farbe, sagt Bent Angelo Jensen. Im Interview mit manager-magazin.de spricht der Modedesigner über schlecht sitzende Schuhe, kurze Sakkoärmel und die Souveränität, zu der Kleidung verhelfen kann.

mm.de: Herr Jensen, welche Farben bringen uns am besten durch die Rezession?

Jensen: Wenn ich eine Empfehlung aussprechen darf, dann rate ich definitiv zu Dunkelblau. Dunkelblau ist ein toller Farbton, in dem man nicht gleich in emotionale Schieflagen verfällt. Die klassische Rezessionsfarbe Schwarz hingegen erinnert mich zu sehr an die Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre - obwohl es eine schöne Farbe ist, mit viel Tiefe und Fülle.

Von Grau rate ich ab. In den vergangenen Jahren war das die Farbe schlechthin - in Verbindung mit diesem ganzen minimalen Design, das aus Skandinavien kam. Grau ist zwar nicht emotional schwer, aber eben auch nicht fröhlich.

Bent Angelo Jensen ist Inhaber und Designer des Labels "Herr von Eden"
mm.de: Und dazu? Mit welchen Farben hebt Mann seine Stimmung?

Jensen: Farbe spielt eine ganz wichtige Rolle, ich nenne sie das "Make-up" des Mannes. Sie wird dem Anzug durch Accessoires wie das Hemd oder die Krawatte, hinzugefügt. Hosenträger, Handschuhe, Manschettenköpfe - all das bringt Farbe in die Kleidung.

Farbe ist in dieser Zeit ganz wichtig. Die Stimmung ist gedrückt, da müssen wir unserem Leben Intensität geben - und Souveränität. Gute Schuhe zählen da genau so viel wie eine vernünftig sitzende Garderobe in hervorragender Qualität. Leichte Materialien sind zu empfehlen. In der Rezession ist die Kleidung wichtiger als in einer Zeit, in der alles läuft.

mm.de: Und die Krawatte?

Jensen: Krawatten können momentan gemustert sein, sogar einen gewissen Humor haben - was vor einigen Jahren noch ein modischer Fauxpas gewesen wäre.

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