Mittwoch, 19. September 2018

Birkenstock lehnt Zusammenarbeit mit In-Marke ab Warum Birkenstock zu cool für Supreme ist

Birkenstocks in einem Nordstrom-Laden in San Francisco
Getty Images
Birkenstocks in einem Nordstrom-Laden in San Francisco

Die Skater-Marke Supreme ist an Coolness aktuell nur schwer zu überbieten. Nicht nur, dass ein mit dem Markenlogo bedruckter Feuerlöscher auf Ebay für 1200 Dollar gehandelt wird. Als die Marke kürzlich ihr Logo auf die Titelseite der "New York Post" drucken ließ, kauften die Fans die Kioske leer. Aktuell wird die Zeitung vom 13. August für Preise von bis zu 30 Euro auf eBay gehandelt.

Egal ob Ziegelsteine, Brechstangen oder Feuerlöscher : "Klatsch' ein Supreme-Logo drauf und es wird aus den Regalen fliegen, egal, was es ist", zitierte die "New York Times" kürzlich einen Redakteur des Lifestyle-Blogs Highsnobiety.

Doch es gibt eine Marke, die noch viel cooler ist als die hochgejazzte Snob-Marke Supreme: Als die Supreme-Macher den gerade einmal wieder schwer angesagten deutschen Gesundheitsschuhhersteller Birkenstock wegen einer Kooperation anfragten, erlebten sie eine Überraschung. Birkenstock lehnte ab, so erzählte es zumindest dessen CEO Oliver Reichert "The Cut" vom "New York Magazine.

Seine Begründung: "Weil das einfach Prostitution ist."Außerdem habe man zur Zeit der Anfrage im Frühsommer noch zwei Millionen Bestellungen auszuführen gehabt.

Und auch sonst hält der ehemalige DSF-Chef nach eigenen Worten nicht viel von digitalem Chi-Chi. "Von Influencer-Marketing halte ich gar nichts, das ist auch nichts anderes als Product Placement", zitierte ihn kürzlich das "Handelsblatt". "Für Produktwerbung in den sozialen Medien stellen wir deshalb keine Schecks aus und Freebies für VIPs gibt's bei uns auch nicht."

Und auch mit Mode hat es der Manager, der seit 2013 die Geschicke bei Birkenstock leitet, nach eigenen Worten nicht so. "Ich gebe eine Scheiß auf Mode", zitierte ihn "The Cut"."Mode ist, pffffttt, was ist Mode?"

Zara-Mutter Inditex mache 12 Kollektionen pro Jahr. "Was ist das für ein Quatsch ", sagte der Manager, der in dem Interview den Sandalen-Erfinder Carl Birkenstock als 82-jährigen Mann beschrieb, der Design hasse.

So ganz an sein Credo scheint sich Birkenstock allerdings nicht zu halten. Schließlich gibt das Label in den USA exklusive Promi-Parties mit DJs und Influencern, präsentiert seine neuen Modelle anlässlich von Modemessen und arbeitet mit Designern zusammen. Und hat seit einer Weile sogar Betten und Kosmetik im Programm.

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