Von Maren Hoffmann
Die Blumenkinder der 60er Jahre waren modisch unbekümmert. Das weckte Begehrlichkeiten: Der Jetset der Reichen und Schönen bediente sich freizügig aus der Stilkiste der Hippies, ohne auf den gewohnten Luxus zu verzichten: "In den Sechzigern reisten junge Erbinnen häufig nach Marokko und kombinierten Dinge, die sie auf den einheimischen Märkten fanden, mit ihrem geerbten Prunk", stellt Sarah Kennedy fest.
Talitha Getty war eine dieser Frauen, und sie brachte den Look der Boho-Prinzessin zur Perfektion: prächtige, bestickte Mäntel zu schneeweißen Pumphosen - auch Yves Saint Laurent wurde durch ihren Stil inspiriert. Die üppigen Muster Arabiens setzten ebenso Designer wie Pucci, Bill Blass und Pierre Balmain in Szene.
Auch heute kann der Edelhippie-Look noch gut aussehen, wenn man ein paar Regeln beherzigt: Die Stoffe sollten wirklich edel sein, Minikleider, schreibt Kennedy, sind tabu, originale Ethno-Stücke aus Urlaubsländern hingegen eine gute Idee. Fransen und Armreifen, Mustermix und leuchtende Farben gehen immer. Bestickte Mäntel, taillierte Wildlederjacken, schicke Ponchos können Basisteile einer Edelhippie-Garderobe sein. Wer sich aber mit zuviel Troddeln und Klimperschmuck behängt, wirkt ein wenig extravagant - und zwar die eher merkwürdige als glamouröse Seite von Extravaganz. Um den Boho-Prinzessinnen-Style in die Gegenwart zu übersetzen, genügen ein paar schicke Zitate.
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