"Der Kunde macht auf Wunsch einen Termin. Er erklärt uns, was er sucht, und wir treffen eine Vorauswahl", erläutert Geißler. Abseits vom Verkaufsraum gebe es dann die Möglichkeit, die Sachen anzuprobieren und sich individuell beraten zu lassen. "Manche brauchen das richtige Outfit für ein Bewerbungsgespräch, andere wollen ihren Typ verändern. Und wieder andere wünschen sich eine Rundumbetreuung", sagt Andreas Rose. Zu ihm kämen Männer aller Altersklassen. "Unsere Kunden sind modisch informiert. Aber vielen Geschäftsmännern fehlt einfach die Zeit für einen längeren Einkauf."
Es gebe immer noch viele Herren, die in Sachen Mode Rat bräuchten, sagt die Herrenmodedesignerin Doris Hartwich aus München, Mitglied im Verband Deutscher Mode- und Textil-Designer (VDMD) in Würzburg. Ihnen können Berater mit der "Problemzone Bauch" helfen und über die neuesten Trends ins Bild setzen.
"Wichtig ist auch, den Look durch kleine Details aufzuwerten. Das können besondere Manschettenknöpfe, ein hochwertiges Innenfutter des Sakkos oder ein schöner Schal sein", erläutert Hartwich. Wenn das gelingt, war die Zusammenarbeit erfolgreich. Bei der Auswahl des richtigen Beraters hilft nur Fragen: "Wichtig ist, dass er über textiles Fachwissen verfügt. Er sollte wissen, welche Garne anfällig sind. Und er sollte sich mit Trends auskennen und verschiedene Männertypen einschätzen können."
Wenn ein Stilberater es schafft, auch für wenig Geld ein hochwertiges Outfit zu kreieren, spreche das ebenfalls für seine Kompetenz. Trotz der steigenden Nachfrage hält Andreas Rose eine Spezialisierung allein auf männliche Kundschaft allerdings für wenig sinnvoll: "Ein Stil- und Typberater sollte sich mit beiden Geschlechtern auskennen. Im Zweifelsfall muss er in der Lage sein, auch Paare zu beraten und ihre Kleidung aufeinander abzustimmen."
Rose weist außerdem darauf hin, dass die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist und es keinen allgemeinen Interessenverband gebe. Wichtig findet er, dass der Stilberater sich eingehend mit der Persönlichkeit, dem Lebensstil und den Eigenheiten seines Kunden vertraut macht, bevor es auf Einkaufstour geht.
Wie viel ein persönlicher Modeberater kostet, hängt vom Umfang der Leistung ab. Bei Freiberufler Andreas Rose in Frankfurt kostet der Service je nachdem, ob Kunden sich für eine Stunde oder einen Tag betreuen lassen, zwischen 80 und 500 Euro. Kaufhäuser wie das Alsterhaus in Hamburg bieten die Unterstützung durch einen Personal Shopper kostenlos an. Sie wollen damit "ein Stück Luxus" bieten.
Sascha Abel, dpa
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