Düsseldorf/Berlin - Groß, bunt und schrill - so wird die Brillenmode in diesem Sommer. "Bunte Fassungen sind angesagt und Bügel mit extrem flippigen Motiven", sagt Gabriele Gerling vom Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) in Düsseldorf. "Retro" lautet das Stichwort Nummer eins. Allerdings beschränkt sich die Rückbesinnung auf Modetrends vergangener Zeiten nicht mehr nur auf die 50er und 60er Jahre. Von den 30er bis zu den 70er Jahren ist in diesem Jahr alles vertreten.
Allen Modellen gemein ist das XXL-Format. Besonders große Brillen geben laut Kerstin Kruschinski vom Kuratorium Gutes Sehen in Berlin in dieser Saison den Ton an. "Die großen Gläser schützen die Augen und auch die empfindliche dünne Haut im Augenumfeld." Auf diese Weise verhindert die Brille frühzeitige Faltenbildung und versteckt auch mal die Folgen einer durchtanzten Nacht.
Die großen Gläser werden mit neuen Materialien, Farben und Strukturen kombiniert. Verzierungen aller Art seien bei Sonnenbrillen im Glam-Look ein Muss, erklärt Kruschinski. "Aufwendige Designelemente machen den Bügel regelrecht zu einem Schmuckstück." So verziert Gucci seine aktuellen Modelle mit Ziernieten oder Wappendetails, Dior schmückt seine zum Teil sehr breiten Bügel aufwendig mit Swarovski-Strass. Und Modedesigner Christian Audigier lässt seine Brillen beim Label "Ed Hardy" in den dort gewohnt schrillen Farben leuchten.
Die teuerste Sonnenbrille der Welt
Auch die Logos der Hersteller werden wieder zum Hingucker. Ob Emporio Armani oder Adidas - ihre Symbole sind Kennzeichen und Deko zugleich. Esprit hat seine Sonnenbrillen gleich als Schmuckstück verpackt: Geschützt in einer soften Clutch-Bag wahlweise in Lackschwarz oder Gold macht die Sonnenbrille auch unter den Arm geklemmt etwas her.
Luxus und Opulenz sind angesagt. Frank Hof von der Messe München, die unter anderem die Fachmesse "Opti" veranstaltet, erzählt von der bisher teuersten Sonnenbrille der Welt: "Rodenstock hat diese Brille gerade als Prototyp präsentiert: Die Front der Fassung ist aus Karbon, die Bügel sind aus platiniertem 18-Karat-Gold." Einhundert dieser Brillen sollen hergestellt werden. Ein Exemplar werde ungefähr 10.000 Euro kosten.
Doch nicht jeder mag es, Brillen im Wert eines Kleinwagens oder glitzernde Schmuckstücke auf der Nase zu tragen. Wer den schlichteren Stil bevorzugt, greift in dieser Saison zur Pilotenbrille. Viele Hersteller bieten Interpretationen des Klassikers an. "Die Pilotenbrille mausert sich zum Basic im klassisch-sportiven Bereich", sagt Kruschinski, "sie ist alters-, geschlechts- und klassenunabhängig."
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