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25.07.2007
 

Abercrombie & Fitch

Makellos schön

Von Marc Pitzke, New York

3. Teil: Erotik ist immer dabei

"Unrealistischer Körpertyp"

Diese Exklusivität stößt auch in den USA manchem sauer auf. US-Bürgerrechtsgruppen verklagten A&F 2003 im Namen von 10.000 erfolglosen Stellenbewerbern wegen Rassendiskriminierung, weil das Unternehmen nur Weiße einstelle. Das Verfahren endete 2005 mit einer gütlichen Einigung, bei der A&F einwilligte, den Klägern 40 Millionen Dollar zu zahlen und hausinterne Maßnahmen für "größere Diversität" einzuführen.

Angeeckt: Bei Konservativen kommt A&F nicht immer an
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Getty Images

Angeeckt: Bei Konservativen kommt A&F nicht immer an

Seitdem wird - per Gerichtsanordnung - bei A&F eine "Kultur der Inklusivität" groß geschrieben. Die Belegschaft besteht heute aus Mitarbeitern aller Hautfarben, wiewohl allesamt gleich gut gebaut. Vor dem A&F-Laden in Las Vegas, in der Passage des Casino-Hotels Caesar's Palace, lockten neulich durchtrainierte Muskelboys afro-amerikanischer, asiatischer, lateinamerikanischer und weißer Herkunft die Passanten - mit entblößter, enthaarter Brust.

Kein Wunder, dass A&F im Film "Shrek 3" als "Aberzombie & Witch" parodiert wird.

Die Rassenfrage war nicht die einzige, die den Konzern in die Schlagzeilen brachte. Der als Quartalsmagazin gestylte Katalog "A&F Quarterly" (Auflage: 1,2 Millionen) wurde 2003 nach Protesten eingestellt. Die erotischen Schwarzweiß-Fotos halbnackter Teenager hatten, obwohl aus der Hand des Star-Fotografen Bruce Weber, den Grimm von konservativen Behörden, Feministinnen und religiösen Interessengruppen erregt.

"Die Ausbeutung von Sex und jungen Leute im A&F-Katalog ist nicht nur scheußlich, sondern eine psychologische Belästigung ihrer Teenager-Kunden", schimpften die "Concerned Christians of America". Der Frauenbund NOW scholt A&F wegen seines "unrealistischen Körpertyps".

Die altjüngferliche Kritik kam A&F nur gelegen - an dem "Body Image" hat das Unternehmen wenig geändert. An der Fifth Avenue prangt mitten im Laden ein vierstöckiges Wandgemälde im pseudo-klassizistischen Körperkult-Stil. Darauf hangeln sich hübsche Turner an Seilen entlang, flankiert von lasziven Mädels. Vor der gepinselten Leibesertüchtigung türmt sich die Statue eines nackten Muskelmanns auf.

Sein Intimbereich ist allerdings diskret von einer Badehose bedeckt. Schließlich ist man in Amerika.

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