Ihre eigenen Modelle heißen cocoon, plie, bloom oder fleur, sind mit Blumen bestickt oder haben rosafarbene Seidenbänder, die sich wie bei Ballettschuhen um den Knöchel binden lassen. Ihr Label hat Meike Böhme "puschn" genannt. Doch trotz aller Modernität setzt die Berlinerin auf altes Handwerk: "Wir arbeiten mit drei ostdeutschen Manufakturen zusammen." Alle Modelle werden also in Deutschland und komplett von Hand gefertigt. Zwischen 40 und 50 Euro kostet ein Paar. Dafür lässt Böhme ausschließlich reinen und hochwertigen Wollfilz verarbeiten, nur die Sohle ist mit Latex beschichtet.
Doch nicht jeder greift gleich zum Urtyp des Pantoffel: "Gerade jüngere Leute wählen so eine Art Hüttenschuhe, dicke Socken oder benoppte Strümpfe", hat der Frankfurter Modeberater Andreas Rose beobachtet. Dabei gebe es edelste Modelle aus Samt oder Kaschmir. "Zum einen ist es das perfekte Styling zu Hause, aber auch der Reinlichkeitswahn und schicke Wohnungen mit hellen Teppichböden, die den Pantoffeln zu dem neuen Ruhm verhelfen", erklärt Rose.
Gleichzeitig demonstrieren sie mitunter einen noch ganz anderen Lifestyle: "Viele nehmen aus den Hotels die Puschen mit und bieten die dann ihren Übernachtungsgästen etwa zusammen mit den Handtüchern an", hat Rose beobachtet. Da sei es witzig und trendy, beispielsweise Pantoffeln mit "Adlon"-Stickerei zu überreichen. Grundsätzlich ist aber auch der Modeexperte überzeugt, dass Pantoffeln ganz einfach etwas Heimeliges haben.
Britta Schmeis, dpa/gms
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