Mittwoch, 12. Dezember 2018

Falscher Film-Gewinner PricewaterhouseCoopers für Oscar-Panne verantwortlich

Die 89. Oscar-Verleihung endete in völliger Verwirrung: Die Filmstars Warren Beatty und Faye Dunaway, die verkünden sollten, welcher der beste Film des Jahres war, sagten: "La La Land", alle feierten - doch die Ansage war falsch.

Die Show war nur mäßig spannend, doch ganz am Ende gab's einen echten Wachmacher bei der Oscarverleihung: In der wichtigsten Kategorie des Abends, "bester Film", wurde der falsche Gewinner verkündet - "La La Land" statt "Moonlight".

Filmstar Warren Beatty, der gemeinsam mit Faye Dunaway den Sieger verlesen sollte, öffnete den Umschlag mit dem Gewinnertitel, zögerte lange, dann hieß es "The Oscar goes to... 'La La Land'." Die Filmcrew des Musicals kam auf die Bühne, der Produzent setzte zur Dankesrede an... und wurde unterbrochen. Denn offenbar war eine Panne passiert: Nicht "La La Land" hatte gewonnen, sondern das Drama "Moonlight".

Gastgeber Jimmy Kimmel entschuldigte sich, nachdem er den Fehler aufgedeckt hatte: "Ich wusste, ich würde diese Show vermasseln." Beatty lachte nervös. Auf der Karte habe "Emma Stone, 'La La Land'" gestanden, sagte er. Deshalb habe er auch so lange gezögert.

Und tatsächlich: Auf Bildern der Show ist deutlich zu lesen, was auf dem Umschlag in Beattys Händen steht: "Actress in a leading role" - also Hauptdarstellerin. Es war also der Gewinner-Umschlag für diese Kategorie, nicht für die Kategorie bester Film. Emma Stone hatte ihren Oscar bereits direkt vor dem Auftritt von Beatty und Dunaway in Empfang genommen. Und hinter der Bühne erzählte Stone: "Ich habe meine Gewinnerkarte die ganze Zeit in den Händen gehalten."

Wie kann das sein?

Aus Sicherheitsgründen gibt es zu jeder der 24 Kategorien zwei identische Umschläge. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers ist für die geheime Zählung und Auswertung der Stimmen der mehr als 6600 Mitglieder der US-Filmakademie zuständig. Wenn dies geschehen ist, werden zweimal 24 Karten gedruckt und in Umschläge verpackt. Ein vollständiger Satz Umschläge kommt in eine spezielle Aktentasche von PwC-Mitarbeiter Brian Cullinan, der andere Satz kommt in die Tasche von PwC-Mitarbeiterin Martha L. Ruiz. Sollte eine Tasche abhanden kommen, hat man immer noch die zweite.

Die beiden PwC-Mitarbeiter stehen mit ihren Aktentaschen an der Seite der Oscar-Bühne - einer links, einer rechts. Je nachdem, von welcher Seite ein Laudator auf die Bühne kommt, nimmt er einen Umschlag von Ruiz oder von Cullinan entgegen. Damit es dabei nicht zu einem Durcheinander kommt, ist die Preiskategorie vorne auf dem roten Umschlag aufgedruckt.

Beatty und Dunaway haben trotz des Aufdrucks schlicht den falschen Umschlag erhalten, wie PwC mittlerweile in einem Statement bekanntgab. Es wurden also anscheinend versehentlich beide Emma-Stone-Umschläge ausgehändigt - einmal von links an Leonardo DiCaprio (der den Preis für die weibliche Hauptrolle verkündete) und einmal von rechts an Warren Beatty (der eigentlich den Umschlag für den besten Film erhalten sollte). Wie es genau zu dem Missgeschick kam, wolle PwC jetzt untersuchen. "Wir bedauern zutiefst, dass das vorgefallen ist", erklärte das Unternehmen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH