Donnerstag, 22. Juni 2017

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Globale Ungerechtigkeit in Bildern Das reichste Prozent der Menschheit

Globale Ungerechtigkeit in Bildern: Das reichste Prozent der Menschheit
Fotos
Greg Girard

Der Kurator Myles Little hat eine beeindruckende Fotografie-Ausstellung konzipiert, die in ganz unterschiedlichen Bildern das Thema der ungleichen Verteilung von Wohlstand aufgreift.

Die 85 reichsten Menschen unseres Planeten besitzen so viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Menschheit. Und das reichste Prozent besitzt knapp die Hälfte des gesamten Wohlstands, wie jüngst eine Armutsstudie der britischen Wohltätigskeitsorganisation Oxfam zeigte - Tendenz steigend. "Das Ausmaß der globalen Ungleichheit ist einfach erschütternd", kommentierte die Oxfam-Direktorin Winnie Byanyima.

In seiner Fotografieausstellung "1%: Privilege in a Time of Global Inequality" macht der Kurator Myles Little diese brutale Wohlstandsschere zum Thema. Die feine, kleine Bildersammlung soll, das ist gewollt, an die Privatsammlungen reicher Kunstmäzene erinnern - und zugleich den mannigfaltigen Aspekten des Themas gerecht werden. Little wünscht sich eine breite und tiefe Debatte über das Phänomen der zunehmenden Konzentration des Wohlstandes in den Händen sehr weniger Menschen.

Man sieht nicht die üblichen Hier-Reich-dort-Arm-Kontrastbilder - jedenfalls nicht nur; sondern auch eine Fülle von Fotografien, die einen eher assoziativen Zugang zum Thema sozialer Ungerechtigkeit bieten. Bilder verschiedenster Fotografen, die den eigenen Blick vertiefen und erweitern, manchmal über Umwege.

Da reckt ein Straßenprediger an der Wall Street die Arme gen Himmel, da warten, drapiert wie in einem klasssischen Ölbild, die Dienstboten der Superreichen am Picknick-Platz auf den Hubschrauber mit den Safari-Gästen, da bröckeln Ruinen neben Glitzertürmen, man sieht unfassbaren Luxus - und neben den Glitzertürmen der Finanzdistrikte die blanke Not in Ruinen. Bilder von Nasenoperationen kontrastieren mit solchen von Finanzcharts, menschenleere Villen mit quirligen Szenen.

Die Wanderausstellung, die Little in zweijähriger Arbeit konzipiert hat, läuft in verschiedenen Städten vom chinesischen Pingyao über Dubai bis zum nigerianischen Lagos und Chicago - die Termine gibt es hier. Auch ein Buch ist in Arbeit, das Kurator Little über eine Crowdfunding-Kampagne finanzieren will.

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