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24.12.2012
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Werbelegende
Wie Coca-Cola den Weihnachtsmann nicht erfand

Von Kristian Klooß

Der Weihnachtsmann: Cokes bester Verkäufer
Fotos
Coca-Cola

2. Teil: Ein Verkaufsfahrer diente als Vorbild - angeblich

May gefiel die Idee des Poeten, dass der Schlitten des Nikolaus' im Gedicht von acht Rentieren gezogen wurde. Weshalb er es so in seinem Malbuch übernahm. Um das Märchen überdies ein wenig kindergerechter zu gestalten, zeichnete er noch eine Hauptfigur dazu: Rudolph, das Rentier mit der roten Nase.

Dass der Coke-Konzern bis heute auf Rudolph verzichtet und stattdessen auf Lastwagen setzt, passt da ins Bild. Der Hang des Weihnachtsmanns zum Lkw mag aber noch einen anderen Grund haben. Denn Modell für den Coca-Cola-Weihnachtsmann - so die Version des Brausekonzerns - stand ein weißhaariger, pensionierter Verkaufsfahrer des Unternehmens mit verschmitztem Lächeln und rosigen Wangen.

Ob diese Legende so stimmt, ist allerdings zumindest zweifelhaft. Denn es kursieren auch andere Versionen über die Herkunft des pausbäckigen Cola-Weihnachtsmanngesichts, das vom schwedisch-amerikanischen Werbezeichner Haddon Sundblom gezeichnet und 1931 erstmals in einer Werbeannonce in der "Saturday Evening Post" gedruckt wurde. Einer dieser Legenden besagt, dass sich Sundblom seinen Nachbarn Lou Prentiss zum Vorbild für seinen Santa Claus nahm. In einer anderen malte sich Sundblom, zumindest in späteren Jahren, einfach selbst.

Aus Sinterklaas wurde Santa Claus

Das Ergebnis: ein pausbäckiger Mann mit gütigem Blick, langem weißen Rauschebart, von Kopf bis Fuß in Coca-Cola-Farben gekleidet: roter Mantel, weißer Pelz, schwarze Gürtelschnalle und Stiefel. Das Problem: Diesen als Santa Claus bekannten US-Weihnachtsmann gab es längst bevor Haddon Sundblom ihn zeichnete und Coca-Cola ihn in Dienst stellte.

Als kreativer Pate diente dabei ein Deutscher. Sein Name: Thomas Nast. Er war 1846 als Fünfjähriger mit seiner Mutter vom pfälzischen Landau in die Neue Welt ausgewandert. Seine Idee von einem Geschenke bringenden Weihnachtsmann brachte er gleich mit. Schließlich hatte er schon als Kind den pfälzischen Pelznickel - einen Nikolaus im Pelz - kennengelernt. Und der Weihnachtsmann war schon in seiner Kindheit besungen worden - "Morgen kommt der Weihnachtsmann", dichtete Hoffmann von Fallersleben schon 1840.

In Nasts neuer Heimat New York trafen diese Kindheitserinnerungen auf jene Bräuche, die einst die Holländer über den Atlantik verschifft hatten. Ihre Weihnachtsmannfigur hieß "Sinterklaas", und sie war jahrelang Stadtpatron Neu Amsterdams. Nachdem die Engländer die Stadt besetzt, übernommen und in New York umbenannt hatten, blieb Sinterklaas einfach - nannte sich von nun an aber "Santa Claus".

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