Samstag, 7. März 2015

Trennungen "All das fördert die Scheidungsbereitschaft"

Scheiden tut weh - emotional und finanziell: Auch im deutschen Top-Management dreht sich das Liebeskarussell

Scheidung ist für viele Manager der Preis für die Karriere. Der Abschied vom Partner kann zudem sehr teuer werden. Familienrechtsanwältin Margarete Fabricius-Brand erklärt, was beide Partner beachten sollten.

mm: Frau Fabricius-Brand, im deutschen Topmanagement dreht sich das Liebeskarussell. Allianz-Vorstandschef Michael Diekmann ist in zweiter Ehe mit einem Topmodel verheiratet, Telekom-Boss René Obermann liebt Fernseh-Moderatorin Maybrit Illner. Bringt der Sprung an die Konzernspitze nahezu zwangsläufig das Auswechseln der privaten Gefährtin mit sich?

Fabricius-Brand: Viele Ehen von Führungskräften halten ein Leben lang, auch im Topmanagement. Aber anders als früher riskieren Manager heute nicht mehr die Karriere, wenn sie sich zum Scheitern ihrer Ehe bekennen. Die neue Partnerin wird gesellschaftlich akzeptiert. Zudem birgt eine Scheidung für Gutverdiener in aller Regel nicht das Risiko des finanziellen Ruins. Das neue Unterhaltsrecht entbindet die Männer von lebenslangen Zahlungen an die Ex-Gattin. All das fördert die Scheidungsbereitschaft.

mm: Also gehen Scheidungen im Management in der Regel von den Männern aus?

Fabricius-Brand: Es strebt immer derjenige die Scheidung an, der diesen Schritt leichter über sich bringt. Wenn der Mann eine neue Partnerin gefunden hat, wird die Initiative zur Scheidung von ihm ausgehen. Ich erlebe Manager allerdings keineswegs als Menschen, die leichtfertig von einer Frau zur anderen wandern.

mm: Sondern?

Fabricius-Brand: Die meisten hängen intensiv an Frau und Kindern. Sie sind im Job oft geradezu isoliert und benötigen dringend die wärmende Nähe ihrer Familie. Wird sie verweigert wird, weil die Familie die Arbeitsbedingungen des Mannes nicht toleriert, sind Manager manchmal wirklich ganz einsame, arme Kerle. Da haben die Frauen sehr viel Macht.

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