Mittwoch, 19. Dezember 2018

Miese Quoten ARD will "Gottschalk Live" absetzen

Kurzes Gastspiel: Die ARD will Einschaltquoten von 10 Prozent für "Gottschalk Live", derzeit sind es gerade mal 4 Prozent

Schwache Quoten, unzureichende Qualität: Die ARD gibt der Sendung "Gottschalk Live" offenbar nur noch eine Gnadenfrist.

Berlin - Die Intendanten der ARD hätten sich "mit deutlicher Mehrheit" dafür ausgesprochen, von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen, sofern sich die Einschaltquoten nicht verbessern, berichtet die Zeitung "Die Welt". Der zuständige WDR und die Produktionsfirma Grundy Light Entertainment waren für eine offizielle Stellungnahme nicht erreichbar.

Als Gründe für den Entschluss sollen die Intendanten der Zeitung zufolge die schwachen Quoten, unter denen auch die nachfolgende "Tagesschau" leide, und die "unzureichende Qualität" der von Thomas Gottschalk moderierten Sendung genannt haben.

Das Sonderkündigungsrecht besagt, dass die ARD sich von der Produktion von "Gottschalk Live" mit Beginn der Sommerpause im Juni zurückziehen kann, wenn die Show bis zum Stichtag 20. April nicht auf einen durchschnittlichen Marktanteil von 10 Prozent kommt. Dieser Wert bezieht sich auf alle bis zu diesem Zeitpunkt ausgestrahlten Sendungen.

Dieses Ziel zu erreichen, dürfte für Gottschalk schwer werden. Der Vorabend-Talk erreichte bisher in der Regel nur einen Marktanteil von 3 bis 5 Prozent. Gestartet war die Sendung am 23. Januar mit 4,34 Millionen Zuschauern und 14 Prozent Marktanteil. Schon am nächsten Tag halbierte sich die Zahl, und seither bewegt sich die Quote bei einer Million.

Derzeit wird das Konzept der Sendung überarbeitet und das Studio im Berliner Humboldt-Carré neu gestaltet. Am Montag war "Gottschalk Live" erstmals mit Studio-Publikum auf Sendung gegangen. Am Mittwochabend waren Schauspielerin und "Playboy"-Model Ursula Karven und Entertainerin Désirée Nick zu Gast. 1,2 Millionen Menschen (4,6 Prozent Marktanteil) schauten an den Bildschirmen zu. Am Dienstagabend waren es nur 990.000 Zuschauer (3,8 Prozent Marktanteil) gewesen.

mg/dapd

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