Von Jürgen Pander
Beachtliche Konsequenz
Diese Art von Sparsamkeit, die den Nutzwert des Autos kein bisschen einschränkt, führt zu geringeren Kosten. Das überschüssige Geld kann Citroën in den komplexen Hybridantrieb stecken. Der Minimalismus führt auch zu weniger Gewicht, denn der C-Cactus wiegt gerade einmal 1306 Kilogramm. Im Innenraum, teilt Citroën mit, wurden lediglich 200 statt der sonst üblichen 400 Teile verbaut.
Die Türverkleidung etwa besteht aus zwei Teilen, in manchen Limousinen kommen hier zwölf Bauteile zum Einsatz. Und weil es Entwicklungskosten spart, taucht das untere Karosserieteil der Frontpartie exakt gleich noch einmal am Heck auf - die Herstellung werde so aufgrund von Skaleneffekten deutlich billiger, argumentiert Citroën.
Die Konsequenz, mit der die Ingenieure den C-Cactus auf Verträglichkeit in jeder Hinsicht trimmten, ist beachtlich. Die Bodenverkleidung wurde aus recycelten Lederresten hergestellt, zahlreiche Bauteile sind aus Kork gefertigt und an den Türverkleidungen kommt Filz zum Einsatz. Weil auf Blenden und Abdeckungen weitgehend verzichtet wurde, entstand im Innenraum eine ungewohnte Ästhetik: Die Lenksäule, die Luftkanäle der Klimaanlage oder die Längsverstellung der Vordersitze sind vollständig sichtbar.
Ornamente, die Gewicht sparen
Schmückendes Beiwerk wurde nirgendwo angebracht. Im Gegenteil: Die Designer haben den C-Cactus mit Löchern dekoriert. So wurden aus Sitzschalen oder Verkleidungen Blumen-, Pflanzen- und Schmetterlingsmotive ausgefräst. Es entstanden so hübsche Ornamente, die auch noch Gewicht sparen.
Äußerlich erscheint der C-Cactus etwas pummelig, doch wirkt das Auto - auch aufgrund der großen 21-Zoll-Räder - durchaus nicht träge. Das Gepäckabteil bietet ein Stauvolumen von 500 bis 1100 Liter, angenehme Extras wie ein großes Panoramaglasdach, ein Navigationssystem sowie eine Musikanlage sind an Bord.
Die Höchstgeschwindigkeit des Wagens, der in der Stadt übrigens auch rein elektrisch und damit abgasfrei fahren kann, ist auf 150 Stundenkilometer beschränkt. Citroën möchte damit "den Willen zu einem neuen Denken in Sachen Autofahren" zeigen und träumt vom "Autofahrer in Harmonie mit seiner Umgebung, der Umwelt und anderen Verkehrsteilnehmern". Es besteht also noch Hoffnung.
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