Dienstag, 23. August 2016

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Smart TV Vernetzt fernsehen

Fernseher: Die neue Generation von TV-Geräten
Fotos
Philips

Die neuen Fernsehgeräte können mehr als nur Filme zeigen. Sie vernetzen sich mit Smartphones und Tablets, schauen ins Internet und steuern die Haustechnik. Und was kommt dann?

Hamburg - "Wir haben erst kürzlich mit IBM eine ganz einfache Anwendung auf den Fernseher gebracht", schwärmt Philip Wilde, Pressesprecher von TV Vision, einem Joint Venture von Philips und dem chinesischen Elektronikhersteller TPV Technology. Zusammen mit dem Elektronikriesen sei ein Programm entwickelt worden, das es den Zuschauern erlaubt, ihre Heizung über den TV-Bildschirm zu steuern.

Die Szenarien der TV-Zukunft sind vielfältig. Allen Unkenrufen zum Trotz ist das Fernsehgerät weiterhin Gerät Nummer eins im privaten Haushalt, um Filme und Fernsehen zu schauen - obwohl so manche Experten im Zuge der Interneteuphorie Anfang des Jahrtausends bereits den Untergang der TV-Geräte proklamierten.

Jahre später steht der Fernseher immer noch da, wo er immer stand. Nur die Auswahl, die auf die Zuschauer einstürmt, ist gigantisch im Vergleich zu den drei öffentlich-rechtlichen Programmen von anno dazumal.

"Der Fernseher ist einfach wegen seine Größe und seine Bildschärfe nicht durch Computer und Co. zu ersetzen", sagt Roland Stehle, Pressesprecher der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), zu manager magazin online. Zudem böten die TV-Geräte durch bessere Klangqualitäten einen Vorteil, an den weder Smartphone und Tablet heranreichen können.

Smart TV macht Fernseher zu technischen Zentrale

Tatsächlich entwickeln sich die Fernseher mehr und mehr zu Allroundern, vernetzt mit vielerlei Geräten, die die Kunden entweder bei sich tragen, oder die die Haustechnik regeln. "Die Zahl der Apps wird sicherlich weiter zunehmen", sagt Wilde im Gespräch mit manager magazin online.

Mit TV Visions setzt sich das Unternehmen in der Smart TV Alliance für gemeinsame Standards bei den TV-Apps ein - zusammen mit LG, Toshiba, Sharp und Technisat. Platzhirsch Samsung fehlt jedoch. Auch der an geschlagene deutsche Hersteller Loewe sieht keinen Zwang, sich zu beteiligen. Loewe entwickele seine Apps selbst, erklärt Unternehmensprecher Roland Raithel.

Smart TV heißt die Losung der Hersteller. Viele verschiedene Anwendungen sollen das Gerät zur technischen Zentrale in den Haushalten machen. TV-Apps bringen die Dienste auf den Bildschirm. Noch beschränken sie sich vor allem auf das Anbieten von Spielfilmen oder TV-Programm-Übersichten, doch das Potenzial ist groß - vergleicht man es mit Angeboten aus der Smartphone-Welt.

"An die sechstellige App-Zahl, die es für Smartphones gibt, werden TV-Apps aber dennoch nicht herankommen", schätzt ein Branchenexperte. Allein, da der Fernseher nun mal das Gerät sei, das am liebsten zum Filmgucken genutzt wird.

So bietet jeder Hersteller eine eigene Steuerungsoberfläche, die der Kunde entsprechend seinen Wünschen ausbauen und mit einer eigenen Cloud anreichern kann. "Wir sind in einer Phase, wo Hersteller sich fragen, was wir brauchen", sagt Wilde. Im Endeffekt werden viele Anwendungen auf den Markt geworfen, um einfach zu erkunden, was geht und was nicht.

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