Samstag, 16. Dezember 2017

Sonys neue Android-Fernseher Lange laden, scharf gucken

Die Android-Fernseher: Technik-Test Sony KD-55X8505
Fotos
Matthias Kremp

2. Teil: Tolle Bildqualität dank Triluminous-Technik

Abgesehen von der Oberfläche besteht der Vorteil von Android TV in der Möglichkeit, Android-Apps zu installieren. Davon gibt es zwar sehr viele, doch im Play Store werden hier nur TV-taugliche Programme angezeigt. So bleiben etwa Navigations-Apps außen vor. Dafür findet man schnell die Apps von Netflix, Amazon und anderen Videoanbietern.

Auch Spiele sind im Play Store reichlich vorhanden. Die, die ich ausprobiert habe, liefen auf dem TV auch ruckelfrei. Mit der Fernbedienung macht das allerdings nur begrenzt Spaß. Wer den Sony-Fernseher regelmäßig als Konsolen-Ersatz nutzen will, sollte sich ein Bluetooth-Gamepad zulegen.

Ein weiterer Vorteil des Google-Betriebssytems ist die Möglichkeit, Filme und Fotos via Googlecast vom Handy oder Tablet aus auf dem TV-Bildschirm abzuspielen. Im Grunde funktioniert das hier nicht anders als auf einem Chromecast-TV-Stick.

Auch die vom Chromecast bekannte sprachgesteuerte Suchfunktion kann man auf dem Sony nutzen. Sie arbeitet allerdings nur innerhalb der Google-Apps, findet bei der Suche nach einem Filmtitel also keine Treffer in den Apps von Netflix und Amazon.

Dank der sogenannten Triluminous-Technik gelingt Sony der Spagat zwischen realistischen und kräftigen Farben besonders gut. Das Bild wirkt immer natürlich, aber nicht blass. Möglich wird das durch fluoreszierende Nanopartikel, die auch Quantum Dots genannt werden, und eine besonders exakte Farbmischung ermöglichen.

Beeindruckend ist auch die Bildschärfe, was natürlich am hochauflösenden 4K-Display hängt. Mit 3840 x 2160 Bildpunkten zeigt der Sony viermal mehr Pixel an als ein Full-HD-Fernseher.

Richtig genießen kann man das freilich nur mit entsprechendem Filmmaterial - und das ist immer noch rar. Netflix und Amazon bieten zwar 4K-Filme und -Serien an, doch die Auswahl ist begrenzt, so dass man schnell alles gesehen hat. Beide Anbieter arbeiten daran, ihr Angebot auszuweiten.

Volle Bandbreite bitte

Wichtig dabei: Für 4K braucht man Bandbreite. Ich habe es mit einem 100-Mbit/s-Anschluss getestet und kaum Probleme gehabt. Schon mit einem 16-Mbit/s-Anschluss könnte es aber schwierig werden, insbesondere, wenn der nicht wirklich die vollen 16 Mbit/s liefert.

Aber auch mit Full-HD-Videos, egal ob aus dem Netz, von Blu-ray oder dem TV-Kabel, gibt der 55X5805C ein gutes Bild ab. Erst wenn man die alte PAL-Auflösung, also SD-TV, einspielt, wird es langsam unangenehm. Man sieht deutlich, wie die Elektronik sich abmüht, das alte Bildformat aufzupumpen. Die dadurch notwendige Pixelvervielfältigung hat zwangsläufig Unschärfen zur Folge.

Fazit

Sonys 55X8505C besticht durch ein hervorragendes Bild und sein schlichtelegantes Design. Was das angeht, macht den Japanern kaum jemand etwas vor. Der Listenpreis von 1600 Euro ist dafür angemessen.

Googles TV-Betriebssystem hinterlässt auf dem Fernseher aber einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen ist es sehr vielfältig und durch das Angebot an Apps leicht an die eigenen Wünsche anpassbar. Zum anderen dauert es oft recht lange, diese Apps zu laden. Verglichen mit anderen Smart-TV-Systemen hat es aber den Vorteil, an das Android-Ökosystem angebunden zu sein. Das dürfte die Auswahl an Apps langfristig deutlich erweitern.

Wer dafür nicht gleich einen neuen Fernseher kaufen will, kann sich Android-TV aber auch nachträglich ins Wohnzimmer holen. Ein Google Chromecast, zum Anschluss per HDMI, ist schon für 39 Euro zu haben.

 

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