Mittwoch, 22. Februar 2017

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Neue Risiken im vernetzten Zuhause Wenn der Einbrecher aus der Steckdose kommt

Smart Home: Neue Risiken im vernetzten Zuhause
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TMN

Smarte Geräte für das vernetzte Zuhause sind eine feine Sache - und für Elektronikhersteller ein wachsendes Geschäft. Doch die Technik gerät ins Visier von Cyber-Angreifern.

Intelligente und vernetzte Geräte gibt es mittlerweile in vielen Haushalten. Das Smart Home ist keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität geworden. Das eigene Zuhause schon von unterwegs mit dem Smartphone auf eine wohlige Temperatur bringen, die Beleuchtung steuern oder von unterwegs sehen, wenn die Kamera eine ungewöhnliche Bewegung wahrnimmt - es gibt inzwischen zahlreiche Anwendungen.

Doch bei aller Euphorie über den wachsenden Markt hat sich zuletzt Ernüchterung eingestellt: Öffnen die Anwendungen ein Scheunentor für Angreifer? Erst kürzlich legte eine weltweite Attacke auf Router die Internet-Verbindungen von 900.000 Kunden der Deutschen Telekom lahm.

Die Grundvoraussetzungen für ein smartes Zuhause sind in den größten europäischen Ländern gelegt. Wie die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu) im Sommer ermittelte, gibt es in drei von vier Haushalten einen Internet-Router, 84 Prozent der Menschen besitzen ein Smartphone. Erst knapp 3 Prozent der Haushalte nutzten laut der gfu-Studie aktuell etwa eine smarte Heizungssteuerung, doch 20 Prozent haben großes Interesse daran, weitere 27 Prozent stehen solchen Anwendungen eher positiv als negativ gegenüber. Bei der Lichtsteuerung sieht es ähnlich aus: Zwei Prozent nutzen eine entsprechende Anwendung, aber 45 Prozent sind daran interessiert.

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Der Befragung von 5000 Haushalten in den größten europäischen Ländern zufolge sorgten sich jedoch 59 Prozent der Europäer und 61 Prozent der Menschen in Deutschland, dass Fremde von außen die Steuerung übernehmen könnten.

Dass diese Sorge durchaus berechtigt ist, zeigte jüngst die Attacke auf die Router der Telekom gezeigt. Bei dem weltweit angelegten Angriff hatte eine dem Mirai-Botnetz zugerechnete Schadsoftware bestimmte Router des Konzerns unter Dauerfeuer gesetzt. Anders als ursprünglich angenommen, konnte sich die Software zwar nicht in den Routern einnisten, doch der Beschuss ließ sie schließlich abstürzen.

Als der Angriff weitestgehend abgewehrt war, waren sich alle Experten einig: Es hätte auch weitaus schlimmer kommen können. Routern wurden bislang nicht allzu viel Aufmerksamkeit gezollt. Die kleinen Geräte mit Plastikgehäuse fristen in der Regel in irgendwelchen Ecken der Haushalte unbeobachtet ihr Dasein und stehen eher nicht als Hightech-Gadget im Zentrum der Aufmerksamkeit.

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