Montag, 11. Dezember 2017

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iPhone X im Praxistest Flaggschiff mit Kerbe

Apples neues Flaggschiff: Das iPhone X im Praxistest
Fotos
TMN

Zum Jubiläum "Zehn Jahre iPhone" hat Apple einen großen Wurf versprochen. Das iPhone X zeige die Richtung, in die sich die Entwicklung der Smartphones im kommenden Jahrzehnt bewege, sagte Konzernchef Tim Cook. Ein Realitätscheck im Praxistest.

Zehn Jahre nach dem ersten iPhone geht jetzt das neue iPhone X von Apple Börsen-Chart zeigen an den Start. Ein beinahe randloses Display, kein Home-Button und eine komische Einbuchtung oben am Bildschirm: Schon auf den ersten Blick wird klar, dass es sich nicht um eine Weiterentwicklung der Vorgängermodelle handelt, wie beim iPhone 8. Das spürt man auch gleich, wenn man das Gerät in die Hand nimmt.

Obwohl das iPhone X von den äußeren Abmaßen im Vergleich zum iPhone 8 Plus deutlich kompakter ausfällt, hält man das größte Display in der Hand, das Apple bislang in einem iPhone verbaut hat. Die Bildschirmdiagonale beträgt 5,8 Zoll bei einer Auflösung von 2436 x 1125 Pixel. Das ist möglich, weil das Display oben und unten nun beinahe ohne Rand auskommt.

Für die runde Home-Taste mit Fingerabdrucksensor war kein Platz mehr. Deshalb setzt der Hersteller beim iPhone X auf eine dreidimensionale Gesichtserkennung namens Face ID. Sie lässt sich einfach und flott einrichten. Man muss wie bei einer Selfie-Aufnahme das iPhone X vor das Gesicht halten und zwei Mal hintereinander mit der Nase eine kreisförmige Bewegung vollführen - das war es schon.

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"Face ID" stützt sich nicht auf ein zweidimensionales Foto des Anwenders. Dieses Verfahren würde sich leicht überwinden lassen, wie man beispielsweise beim Samsung Galaxy S8 erfahren musste. Das iPhone X projiziert für den Nutzer unsichtbar 30 000 Bildpunkte auf das Gesicht und erfasst somit ein dreidimensionales Abbild. Das "TrueDepth"-System umfasst neben der herkömmlichen Frontlinse auch eine Infrarotkamera, so dass auch im Dunklen entsperrt werden kann.

Im Praxistest funktioniert "Face ID" mindestens so zuverlässig wie die Entsperrung mit dem Fingerabdruck bei den vorherigen iPhone-Modellen. Nur bei einer spiegelnden Sonnenbrille macht Face ID nicht mit. Auf fremde Gesichter reagiert das Gerät nur mit einer kurzen Vibration. Selbst eine fotorealistische Theater-Maske, die eine Reporterin des "Wall Street Journal" eigens für einen Test anfertigen ließ, kann Face ID offenbar nicht austricksen.

2013 konnte der Chaos Computer Club TouchID noch mit einem abfotografierten Fingerabdruck auf einer Folie austricksen - für FaceID müssen sich die Experten etwas Neues einfallen lassen.

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