Freitag, 30. September 2016

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Neue smarte Hausgeräte Wenn die Waschmaschine anruft

Smarte Haustechnik: Geräte, die mitdenken
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TMN

Die Elektronikmesse Ifa in Berlin wirft ihre Schatten voraus. Bei der Haustechnik werden smarte Kühlschränke gezeigt, die selbständig lernen, wann sie wieviel kühlen müssen. Waschmaschinen sagen per Handy-App Bescheid, wenn die Wäsche fertig ist. Die Verbraucher sind aber noch skeptisch.

Berlin - Die schlechten Nachrichten zuerst: Der Tisch wird sich auch in naher Zukunft noch nicht alleine decken. Das Essen kocht sich nicht von selbst, und auch der Kühlschrank, der sich via Internetbestellung selbst füllt, bleibt vorerst Zukunftsmusik. Aber es tut sich von Jahr zu Jahr mehr auf dem Markt: Haushaltsgeräte übernehmen mehr Funktionen und sparen dabei noch Energie.

Smart ist das Schlagwort, das auf der Elektronikmesse Ifa in Berlin (6. bis 11. September) arg strapaziert werden wird. Geräte mit diesem Prädikat können miteinander und im Internet kommunizieren, ihren eigenen Bedienungszustand beobachten und den Benutzer darüber informieren.

Und jedes Jahr lassen sich mehr große Haushaltsgeräte mit dem Handy bedienen: Auf der diesjährigen Ifa stellt Samsung eine Waschmaschine mit Wlan-Zugang vor. Der Benutzer startet sie per App auf dem Smartphone. Er kann damit auch die Temperatur und Anzahl der Spülgänge und -geschwindigkeit auswählen. Die App zeigt zwischendurch an, wie weit das Gerät ist und meldet sich, wenn der Waschvorgang beendet ist. So kann die große Wäsche quasi nebenbei erledigt werden, sagt der Hersteller.

Selbst kleinere technische Probleme lassen sich per Smartphone regeln. Anstatt auf einen Termin mit dem Servicetechniker zu warten oder dicke Handbücher wälzen zu müssen, genügt ein Fingertipp und die "Smart Check-App" sorgt für Erste Hilfe.

Der Kühlschrank denkt mit

Daneben werden Hausgeräte zu sehen sein, die dem Benutzer die Arbeit erleichtern. Und sie verbrauchen immer weniger Energie. Viele Hersteller von Waschmaschinen wollen besonders benutzerfreundlich sein. Grundig stellt ein Gerät vor, das automatisch die Menge des Waschmittels dosiert - je nachdem, wie stark die Wäsche verschmutzt ist. "Das spart bis zu 40 Prozent Energie", erklärt Nina Sender, Teamleiterin für Haushaltsgroßgeräte.

Siemens hat eine Waschmaschine am Start, die besonders schnell waschen kann und angeblich bis zu 65 Prozent der Zeit spart. Passend dazu hat das Unternehmen einen Wäschetrockner im Programm, der 17 Minuten pro Kilogramm Wäsche benötigt.

Kühlschränke und Gefrierkombinationen sind vielseitiger geworden. Grundig hat ein Gerät entwickelt, bei dem der Nutzer zwei Kühlkreisläufe individuell einstellen kann. Auch beim neuen Samsung-Gerät "French Door" sind verschiedene Segmente wählbar. Darunter gibt es einen Bereich, dessen Temperatur flexibel zwischen 2 Grad zum Kühlen und minus 23 Grad zum Gefrieren eingestellt werden kann. Praktisch ist das etwa, wenn mal für den Grillabend viel Fleisch richtig temperiert werden muss, und am anderen Tag die Torte im Kühlschrank einen richtig temperierten Platz braucht.

Die Sensoren in Gorenjes Kombigerät speichern die Gewohnheiten der Bewohner und verteilen die Temperatur daraufhin angepasst. Wird die Kühlschranktür zum Beispiel zwischen 17 und 19 Uhr häufig geöffnet und geschlossen, reguliert sich die Temperatur vor diesem Zeitraum entsprechend herunter. "So erwärmt sich das Kühlgut nicht und die Lebensmittel bleiben länger frisch", erklärt Marketing-Managerin Elisabeth Wieser.

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