Dienstag, 20. November 2018

Smarter Lautsprecher Google Home Max im Test Mehr Bass

Google Home Max: Das ist Alexas Angreifer
Franziska Gabbert/dpa-tmn

Mit dem Home Max greift Google die smarten Lautsprecher von Apple und Sonos an. Das sprachgesteuerte Schwergewicht soll vor allem beim Klang überzeugen.

"Hast du neue Boxen?", fragt der Nachbar eines Abends beim zufälligen Treffen am Briefkasten. "Oh, das hörst du?" Ja, tut er: Der Google Home Max hat so viel Bass, dass es durch alle Wände dringt.

Eine knappe Woche steht Googles neuester smarter Lautsprecher nun schon im Wohnzimmer auf der Kommode. Groß wie ein halber Bierkasten, 5,3 Kilogramm schwer, aus mattweißem Kunststoff mit grauer Stoffbespannung - vom Design her passt er ganz gut zu skandinavischen Selbstbaumöbeln. Es ist nicht Googles erster Lautsprecher. Doch während Google Home und Google Home Mini Audiofreunde kaum in Aufregung versetzen, lag nun der Fokus der Entwickler um Mark Spates auf dem Klang. Der Google Home Max soll nicht nur Fragen beantworten, das Smart Home steuern und Musik abspielen. Er soll dabei auch noch gut klingen.

Die Einrichtung ist denkbar einfach. Einschalten, kurz warten, während die vier bunten LED hinter der Stoffbespannung blinken, Google-Home-App aufrufen, Gerät mit Konto verknüpfen, WLAN-Passwort eingeben, fertig. Jetzt kann der Home Max per "Hey Google", "OK Google" und lustigerweise auch per "Hey Bubu" aktiviert werden und spielt auf Kommando Radiosender ab, die Lieblingsmusik über Streamingdienste wie Spotify, Play Music oder Youtube Music Unlimited oder erinnert nach elf Minuten an die Pasta auf dem Herd. Auch Wettervorhersagen, Kalender vorlesen oder Fragen wie "Wie heißt der Ministerpräsident von Kanada?" sind kein Problem.

Damit das funktioniert, lauscht der Home Max mit einem Fernfeld-Mikrofon-Array aus mindestens vier Mikrofonen in den Raum, bis er sein Aktivierungskommando hört. Ab dann werden alle - wirklich alle - Sprachkommandos aufgezeichnet, zu Google geschickt, ausgewertet und im Google-Konto gespeichert. Wer nicht ganz so technikaffinen Besuch beruhigen oder lieber unbelauscht sein will, drückt den Schalter an der Rückseite des Home Max. Dann schalten sich die vier LED an der Front auf Orange, und das Gerät verkündet: "Die Mikrofone wurden ausgeschaltet".

Doch wie sieht es mit der guten Musikwiedergabe aus? Hier setzen Googles Entwickler nach eigenen Angaben auf zwei Standbeine. Das erste sind zwei 4,5 Zoll Tieftöner mit ordentlich Hub und zwei 0,7-Zoll-Hochtöner. Dazu gibt es eine Silikonunterlage, die Vibrationen verhindern soll. Das zweite Standbein soll die künstliche Intelligenz sein. Der Home Max passt sich an seine Position im Raum an und steuert die Musikausgabe den Bedingungen entsprechend aus, erklärt Google-Mitarbeiter Mark Spates. Smart Sound nennt sich diese Einmesshilfe. Außerdem soll er lernen, was die Besitzer hören, was sie mögen und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz den Klang verbessern. Wie genau das passiert, bleibt allerdings auch auf Nachfrage etwas unklar.

Fakt ist: Für einen einzelnen Lautsprecher klingt der Google Home Max ziemlich gut. Er hat ordentlich Bass, hörbare Mitten - aber leider teils etwas verwaschene Höhen. Allerdings wird der Klang klarer, je weiter man aufdreht. Lautstärke und Wiedergabe sind sprachgesteuert, was bis zu einer gewissen Lautstärke auch ohne Schreien funktioniert. Die Empfindlichkeit der Mikrofone ist teils geradezu erschreckend gut. Deutlich praktischer ist aber die berührungsempfindliche Fläche - hier wird per Wischgeste lauter und leiser gestellt.

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