Samstag, 1. Oktober 2016

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Edel-Lautsprecherbox Devialet Phantom im Test Ein kleines Klangwunder

Einfach ein fetter Bass: Devialet Phantom im Test
Fotos
Matthias Kremp

Die Hifi-Schmiede Devialet schickt sich an, die Musikwelt mit einem neuen Lautsprecher zu begeistern. Statt Größte hat sie einen kleinen Klangkörper entwickelt, der es in sich hat - nicht nur in Sachen Sound, auch beim Preis.

In Devialets Werbung zu diesem Lautsprecher steht: "Der ultra-druckvolle Klang des Phantoms weckt intensive emotionale Empfindungen." Das kann ich bestätigen. Als ich das Gerät einmal versehentlich mit voller Lautstärke einschaltete, brach bei mir blanke Panik aus. Weil das Handy, mit dem ich den Lautsprecher aktiviert hatte, schon weggelegt war, sah ich nur einen Ausweg: Schnell den Stecker ziehen! Sonst hätten entweder die Fenster oder meine Ohren Schaden genommen. Wahrscheinlich beides.

Ungefähr so stelle ich mir Konzerte der fiktiven Band Desaster Area vor, die Douglas Adams in seinem Buch "Per Anhalter durch die Galaxis" beschrieben hat. Deren Konzerte sollen ja am besten zu genießen gewesen sein, wenn man sich in einem 37 Meilen von der Bühne entfernten Betonbunker verschanzt.

Die enorme Lautstärke, die mir da entgegenbrüllte, ist umso beeindruckender, wenn man sich die Maße des Klangkörpers vor Augen hält. Mit nur 34 x 25 x 25 Zentimetern ist der Devialet Phantom nur so groß wie ein Kompaktlautsprecher, bringt stattliche 11,6 Kilogramm auf die Waage und sieht aus wie ein extragroßes Tictac-Bonbon.

Allerdings ein 3000-Watt-Bonbon. So viel Leistung erzeugt die Kombination aus analogen und digitalen Verstärkern im Silver Phantom, den ich getestet habe. In einem Meter Entfernung werden daraus bis zu 105 Dezibel Schalldruck. Ein Presslufthammer ist leiser.

Klarer Klang bis ganz nach unten

Wer nicht ganz so viel braucht, kann deshalb auch zur weniger starken Version greifen, die "nur" 750 Watt leistet und 99 Dezibel erreicht. Im Alltag wird man ohnehin kaum Gelegenheit haben, die 3000 Watt des Silver Phantom abzurufen.

Aber wenn man sie abruft, so wie ich es unabsichtlich getan habe, staunt man. Selbst bei brachialer Lautstärke und bassbetonter Musik sind beim Phantom keine Verzerrungen, kein Klirren und kein Gedröhne zu hören. Die Lautsprecherbox wird einfach immer lauter, ohne dabei deutlich an Klangqualität einzubüßen. Und ohne dabei über den Boden zu wandern, was ich angesichts der kompakten Maße befürchtet hatte.

Besser als bei voller Lautstärke kann man die Qualitäten des Phantoms allerdings bei geringerem Pegel genießen. Im ersten Testlauf hörte ich eine fünf Stunden lange Playliste durch und war erstaunt, wie angenehm das Gerät klingt.

Die Musik wirkt klar, Klassikaufnahmen profitieren vom ausgedehnten Frequenzgang, der bis 16 Hertz hinabreichen soll. Bei Pop und vor allem Rock zeigt sich eine sehr feine Detailtreue, die nicht durch überbetonte Bässe gestört wird. Insgesamt ist der Klangeindruck sehr sauber, aber keineswegs steril, was an den analogen Verstärkern liegen mag.

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