Mittwoch, 19. September 2018

Wachsende Bedeutung digitaler Dienste Warum das iPhone für Apple immer unwichtiger wird

Apple-Chef Tim Cook bei einer Präsentation in Chicago

3. Teil: Apple Store, Apple Music, iCloud: Der Wachstumsmotor liegt längst woanders

Das Wachstum sehen viele Experten aber längst woanders. So geht die Morgan-Stanley-Analystin Katy Huberty davon aus, dass alleine in den kommenden fünf Jahren Inhalte und Dienste wie der Apple-Store, Apple Music oder die iCloud für 67 Prozent des Umsatzwachstums verantwortlich sein werden.

Welches Potenzial der margenstarke Apple-Store hat, zeigen schon die Umsatzzahlen von 2017 mit 42,5 Milliarden Dollar - eine Verdoppelung innerhalb von zwei Jahren.

Und Apple arbeitet bereits an weiteren Geschäftsmodellen: So hat der Konzern aus Cupertino im Juni den Aufbau eines eigenen Musikverlaggeschäftes angekündigt und mit seinem iMusic-Angebot den schwedischen Konkurrenten Spotify beim Wachstum zuletzt überholt.

Wird Apple zum Netflix-Konkurrenten?

Aber auch in andere Teile der Medienlandschaft haben Tim Cook und seine Mannen bereits die Fühler ausgestreckt. So hat der Konzern Medienberichten zufolge für Millionen die Rechte an mehreren Hollywoodfilmen gekauft und exklusive Partnerschaften mit Start wie Oprah Winfrey geschlossen, was Gerüchten, Apple plane eine Netflix-Konkurrenz neuen Auftrieb verlieh. Was einige Analysten sogar schon über den Abo-Preis spekulieren ließ, den Apple am Markt durchsetzen könnte.

Und auch im Zeitschriftengeschäft hat Apple offenbar noch eine Menge vor. Für den Ausbau seines im März erworbenen Zeitschriftendienstes Texture versucht das Unternehmen derzeit offenbar Mediengrößen wie die "Washington Post" oder die "New York Times" zu gewinnen.

Für all diese Dienste braucht Apple allerdings ein Ökosystem, das sich der Konzern noch immer vor allem mit neuen iPhones schafft. Angesichts von weltweit geschätzt 700 bis 800 Millionen iPhone-Nutzern und dem Hype, der sich auch in diesem Jahr wieder schon Wochen vor der Präsentation der neuen Telefone breit gemacht hat, muss sich Tim Cook darüber aber wohl keine Sorgen machen.

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