Samstag, 23. März 2019

Filmkamera Sportler filmen mit Actioncams

Actioncams: Film ab beim Freeriden
TMN

2. Teil: Bildqualität und Ton lassen zu wünschen übrig

Von der Bildqualität der handlichen Kameras sollte man indes nicht allzu viel erwarten. "An eine Actioncam sollte man nicht dieselben Ansprüche stellen wie an eine Spiegelreflexkamera oder kompakte Systemkamera", warnt Clauß. Unter Umständen sei die Bildqualität nicht perfekt oder nicht viel besser als bei einem Handy-Video. "Vorrangig dienen Actioncams aber ohnehin der Dokumentation", sagt die Expertin. "Ihr großer Vorteil liegt darin, dass sie quasi unverwüstlich sind."

Und auch vom Aufnahmeton sollten sich filmende Sportler nicht zu viel versprechen. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten sei dieser nur mäßig oder wahrscheinlich gar nicht zu gebrauchen, sagt Konstanze Werner. "Das liegt zum Beispiel an zu starken Windgeräuschen", erklärt die Autorin. "Eine gute Geräuschsammlung im Archiv kann bei der Nachbearbeitung helfen." Man könne auch vor oder nach dem Dreh passende Töne einfangen, die man später beim Schnitt verwendet.

Wer zur günstigsten Actioncam greift, verdirbt sich vielleicht den erhofften Spaß. "Es gibt Modelle, die verwendet man kein zweites Mal, sondern legt sie enttäuscht beiseite", warnt Joachim Sauer. Vor allem die Billiggeräte deutlich unter 200 Euro hätten oft eine schlechte Verarbeitung und eine schlechte Optik. "Für eine brauchbare Kamera muss man in der Regel ab 300 Euro investieren, für die Topmodelle sogar um die 450 Euro - Zubehör noch nicht eingerechnet."

Doch egal für welche Kamera man sich letztlich entscheidet, gilt es bei Actioncam-Aufnahmen vor allem eines zu beachten. "Es sollten nur Aktivitäten gedreht werden, die man auch gut beherrscht", rät Konstanze Werner. "Fehlt die Konzentration beim Dreh, wird aus dem gefilmten Stunt mit hohem Neid-Faktor schnell ein Unfall-Video der Polizei."

Sascha Rettig, dpa

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