Sonntag, 20. Januar 2019

Smarte Uhren Auffällig unauffällig

Smartwatches: Online aus dem Handgelenk
i'mWatch

Wenn das Gegenüber zwar das Handy in der Tasche lässt, aber verdächtig oft auf die Uhr schaut, hat er vielleicht eine: Smartwatches sind kabellos mit dem Smartphone verbunden, übermitteln Nachrichten und taugen auch als Sportcomputer. mmo-Autor Steffen Ermisch hat auf die neuen Uhren geschaut.

Hamburg - In vielen Meetings werden Smartphones neuerdings konsequent vom Konferenztisch verbannt. Zu Recht, kann man sagen: Wenn alle Blicke auf die Displays gesenkt sind, folgt keiner mehr der Präsentation. Selbst der fesselndste Redner kommt gegen neue E-Mails, Facebook-Nachrichten und das Weltgeschehen auf Dauer nicht an.

Trotzdem: Manchmal erwartet man eben einen dringenden Anruf, eine wichtige SMS oder eine lang ersehnte E-Mail. Nur wie im Informationsfluss bleiben, wenn das Smartphone in der Tasche bleiben muss? Wie wäre es mit einem Gerät, das die Informationen aus der Tasche auf das Handgelenk beamt - und dabei unauffällig aussieht wie eine normale Uhr?

Diese Smartwatch existiert schon. Genauer gesagt: Es gibt schon eine ganze Reihe von Modellen. Und es kommen ständig neue hinzu. Seit das jüngste iPhone und aktuelle Android-Telefone Zubehör über den akkuschonenden Funkstandard Bluetooth 4.0 einbinden können, liefern sich Start-ups aus aller Welt ein Rennen um das cleverste Uhrenkonzept.

Mit einem klassischen Chronometer haben die neuen Uhren herzlich wenig gemein. Im Vordergrund stehen nicht Design, Handwerk oder Exklusivität, sondern ein großer Funktionsumfang zu einem niedrigen Preis. Allerdings: Ohne die Kopplung mit dem Smartphone zeigt auch eine Smartwatch nicht viel mehr als die Uhrzeit an.

Zehntausende von Vorbestellungen für "Pebble"

Bei "Pebble" stehen dafür 144 mal 168 Pixel zur Verfügung. Verbunden mit dem iPhone oder einem Android-Telefon stellt das stromsparende E-Ink-Display dar, was das Smartphone meldet. Das kann beispielsweise die Information über eine neue E-Mail, einen eingehenden Anruf oder eine Freundschaftsanfrage bei Facebook sein.

Beim Sport verwandelt sich das wasserfeste Gerät wahlweise in eine Laufuhr, einen Fahrradcomputer oder einen Entfernungsmesser für den Golfplatz. Ähnlich wie beim Smartphone selbst lassen sich über Apps noch weitere Funktionen hinzufügen.

Das Fabrikat aus Kalifornien hat sich schon zehntausendfach verkauft. Dabei soll "Pebble" erst Anfang 2013 erscheinen. Die vielen Vorbestellungen kamen auf Kickstarter zusammen. Über die Online-Plattform suchen immer mehr Start-ups nach privaten Geldgebern zur Vorfinanzierung einer Produktion. Mit seiner Idee sammelte Pebble-Gründer Eric Migicovsky innerhalb von fünf Wochen zehn Millionen US-Dollar ein. Als Finanzierungsziel hatte er ein Hundertstel dieser Summe angegeben.

Von der Begeisterung für "Pebble" will nun Metawatch profitieren: Die ebenfalls über Kickstarter finanzierte "Metawatch Strata" bietet nahezu identische Funktionen. Als Display kommt eine Flüssigkristallanzeige zum Einsatz, wie man sie beispielsweise von Digitaluhren und Taschenrechnern kennt. Mit einem geplanten Verkaufspreis von 179 US-Dollar (rund 145 Euro) wird "Strata" 29 US-Dollar teurer als "Pebble" sein. Dafür soll der Neuling schon im September erhältlich sein. Beide Firmen bieten einen internationalen Versand an.

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