Montag, 28. Mai 2018

3D-Beamer Heimkino in der dritten Dimension

Kinoflair zu Hause: James Camerons Blockbuster "Avatar" brachte die 3D-Welle ins Rollen

Im Kino hat hat sich 3D inzwischen fest eingebürgert. Doch auch zu Hause ist mit einem 3D-Beamer ein Ausflug in die dritte Dimension möglich. Das ist allerdings noch ein eher kostspieliges Vergnügen. Und auf die Spezialbrille kann man auch im Wohnzimmer nicht verzichten.

Duisburg/Frankfurt am Main - Wer in den eigenen vier Wänden Filme oder Spiele in 3D auf die Leinwand bringen will, braucht mindestens zwei Geräte. Einen Blu-ray-Player, der als Zuspielgerät die 3D-Signale sendet, und einen Beamer, der diese Signale umsetzen kann. "Dabei handelt es sich um gute 2D-Projektoren, die 3D können", sagt Timo Wolters, Redakteur der Zeitschrift "Heimkino" aus Duisburg. "Die bieten dann 3D als Zusatzfeature."

Die Kriterien, nach denen man einen Beamer aussucht, sind daher zunächst dieselben, nach denen man einen 2D-Beamer auswählt. "Man sollte sich überlegen, welcher Beamer den eigenen Vorstellungen und Anforderungen entspricht und welche Technik einem zusagt", sagt Wolfgang Tunze von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) aus Frankfurt am Main. "Die Auswahl beschränkt sich allerdings auf einen überschaubaren Kreis, weil die Anzahl an Projektoren, die diese 3D-Zusatzfunktion bieten, noch überschaubar ist." Es handele sich jeweils um die Top-Modelle der Anbieter, und die kosten ab etwa 4000 Euro.

Die meisten 3D-Beamer arbeiten mit aktiver Shutter-Technik. "Der 3D-Effekt wird mit den Shutter-Brillen so erzeugt, dass sie immer nur eines der 3D-Bilderpaare gleichzeitig durchlassen", sagt Tunze. "Während das linke Auge nichts sieht, sieht das rechte Auge ein Bild und umgekehrt." Dafür schaltet der Shutter im Bruchteil einer Sekunde im Takt der Bilder zwischen den Augen um. Die Brille wird über ein Infrarotsignal synchronisiert. Dabei bekommt sie das Signal entweder über das Zuspielgerät für den Beamer oder, sofern das Gerät nicht entsprechend ausgestattet ist, über einen Transmitter, der zusätzlich angeschafft werden muss.

Kann die Shutter-Brille nicht mit dem Bild auf der Leinwand synchronisiert werden, hat man ein Problem. "Dann sieht man keinen 3D-Effekt, sondern nur ein dunkles und schwammiges Bild", erklärt Markus Bautsch, Testleiter für digitale Optik bei der Stiftung Warentest in Berlin. Der Grund dafür ist, dass die Synchronisation nicht standardisiert ist, verschiedene Anbieter eigene Standards haben und Wiedergabegerät und Brille - etwa von unterschiedlichen Anbietern wie Sony und Panasonic - nicht kompatibel sind.

Alternative: Projektor mit 3D-ready-Label

Bei einem passiven 3D-Beamer mit Polarisationsfiltertechnik, der mit zwei Lampen arbeitet, hat man diese Probleme zwar nicht. Die Brillen, die dafür benötigt werden, sind technisch nicht so aufwändig und deutlich billiger als die Shutter-Brillen, die jeweils so um die 100 Euro kosten. "Sie haben nur einen Polarisationsfilter und sind auch entsprechend leichter", sagt Wolters. Allerdings ist die Polarisations-Variante, die derzeit nur in einem Modell von LG angeboten wird, insgesamt auch die teuerste: Nicht nur der Beamer ist aufgrund der aufwändigeren Technik deutlich teurer. Es wird zudem auch eine spezielle, silbern schimmernde Leinwand benötigt, die deutlich teurer ist als weiße Leinwände.

Wer sich keinen 3D-Beamer leisten will, kann auch auf einen Projektor zurückgreifen, der ein 3D-ready-Label hat und schon ab etwa 1000 Euro zu haben ist. "Dafür benötigt der Nutzer allerdings einen Computer mit entsprechender Rechenleistung, der an den Beamer angeschlossen werden muss", sagt Wolters. "Der muss mit einer kompatiblen 3D-Grafikkarte ausgestattet sein, die ab etwa 180 Euro kostet, und mit der passenden Software." Darüber hinaus brauche man auch die dafür geeigneten 3D-Brillen. Das ist zwar alles etwas umständlicher, man muss aber dennoch nicht so tief in die Tasche greifen wie bei einem 3D-Beamer.

Nach Ansicht von Bautsch hat sich 3D für Zuhause aus mehreren Gründen noch nicht flächendeckend durchgesetzt. "Die Auswahl der Filme ist noch überschaubar", sagt der Experte. "Außerdem ist die Technik noch recht teuer und nicht standardisiert." Da die Anschaffung eines 3D-Beamers recht kostspielig ist, rät Bautsch, vor der Anschaffung den Projektor ausgiebig zu testen. "Man sollte sich das Bild genau ansehen, auch mit kritischen Szenen mit schnellen Bewegungen."

Sascha Rettig, dpa

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH