Montag, 25. März 2019

Kickstarter-Rekord 13 Millionen Dollar für die coolste Kühlbox

13 Millionen eingesammelt: Kickstarter-Rekord für die coolste Kühlbox
Coolest

Ein faltbarer Hundenapf, eine Kofferwaage, ein Katapult für Schnäpse - bislang lief Ryan Greppers Erfinderkarriere eher glücklos. Eine Kühlbox mit Musik und Mixer macht ihn nun mit einem Schlag zum Idol der Tüftler weltweit.

Hamburg - Eigentlich schien das Kapitel "Coolest" schon abgeschlossen zu sein. Im November 2013 hatte Ryan Grepper bereits einmal versucht, seine Vision einer mobilen Party-Kühlbox über die Crowdfunding-Plattform "Kickstarter" zu vermarkten. Damals war er knapp gescheitert. 125.000 US-Dollar wollte Grepper von Coolest-Enthusiasten einsammeln, rund 100.000 Dollar konnte er am Ende vorweisen. Weil Kickstarter aber nur Erfinder auszahlt, die ihre Zielvorgabe erfüllen, blieb der Geldsegen aus. Grepper ging zurück an seine Werkbank.

Nun hat der Tüftler aus seinen Fehlern gelernt: Statt im Winter hat er den zweiten Coolest-Anlauf im Sommer auf Kickstarter gestellt - keine schlechte Idee, um ein Gerät zu bewerben, das Getränke kühlt und Drinks mit Eis herstellt. Die neu designte Box sollte zudem schon bei 50.000 Dollar in die Produktion gehen.

Greppers Neustart zahlt sich aus: Die neue, bescheidenere Zielvorgabe hatte seine Coolest schon nach 36 Stunden erreicht; insgesamt haben bis vergangenen Freitag über 62.000 Unterstützer mehr als 13,2 Millionen Dollar für eine Serienproduktion der Kühlboxen zur Verfügung gestellt - ein neuer Rekord für Kickstarter. Die meisten der Unterstützer erhalten für ihren Obulus nun eine der ersten Truhen zum Vorzugspreis.

Millionen dank Mixer und Musik

Sie freuen sich auf eine "tragbare Party, verkleidet als Kühler" - so bewirbt Grepper seine Erfindung im Internet. Auf extra breiten Rollen lässt sich die "Coolest" wie ein Rollkoffer ziehen; neben zwei Innenfächern für Eis und Getränke bietet sie einen Bluetooth-Lautsprecher, einen akkubetriebenen Mixer und zwei USB-Anschlüsse, um Smartphones zu laden. LEDs beleuchten das Innere, im Deckel finden Teller und ein Keramik-Schneidemesser Platz. Das i-Tüpfelchen: ein eingebauter Flaschenöffner. "Weil die Kühlbox meines Opas auch so einen hatte", sagt der Erfinder.

In den Handel kommen soll die Box nun für 299 Dollar (etwa 228 Euro) - Käufer in Europa müssen wegen Post-Gebühren mit einem Aufschlag von bis zu 100 Dollar rechnen. Die "Coolest" will sich auf einem lukrativen Markt positionieren: In den USA gaben Käufer allein im vergangenen Jahr laut dem Finanzdaten-Unternehmen PrivCo 635 Millionen Dollar für neue Kühlboxen aus.

Zu Gast bei Hef

Vor seinem Kickstarter-Rekord verlief Ryan Greppers Erfinderkarriere zwar kreativ, aber glücklos. Mit 25 hatte sich der heute 39-Jährige der Erfinderei verschrieben, berichtet die "Washington Post". Neben einem Teilzeitjob beim Einzelhändler Sears habe er seitdem "seine Lösungen für die kleinen, seltsamen Probleme des Lebens" zusammengebastelt: einen faltbaren Napf für Hunde, eine Waage für Fluggepäck, um Reisende vor Kosten für zu schwere Koffer zu schützen. Oder ein Katapult für Schnäpse.

Um Gesetze zu umgehen, die Alkoholkonsum auf San Diegos Promenade verbieten, hat Grepper eine Schleuder erfunden, mit der alkoholhaltige Shots aus Wackelpudding verschossen werden können. Auch diese Idee ließ sich zwar nicht gewinnbringend vermarkten - "allerdings hat sie mir eine Einladung in die Playboy Mansion beschert", sagte Grepper der "Post", "entsprechend werte ich sie als Erfolg."

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