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18.01.2012
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Smartphones

Good Vibrations

Feeling good: Der Tablet-PC, den die Firma Senseg bei der CES in Las Vegas vorstellte, will das monotone Vibrieren mobiler Endgeräte durch differenziertere Sinnesreize ersetzen
dapd

Feeling good: Der Tablet-PC, den die Firma Senseg bei der CES in Las Vegas vorstellte, will das monotone Vibrieren mobiler Endgeräte durch differenziertere Sinnesreize ersetzen

Gefühle sind schwierig zu simulieren. Vor allem für Handys. Smartphones können scharfe Bilder zeigen und glasklaren Sound erzeugen, aber der haptische Eindruck bleibt oft vage. Einige Hersteller wollen jetzt das monotone Vibrieren durch differenziertere neue Tastsensationen ersetzen.

Las Vegas - Heutige Smartphones haben viele herausragende Fähigkeiten: das Bild ist gestochen scharf, der Sound glasklar. Aber wie steht es mit dem Fühlen? Da bleibt es bei Smartphones und Tablet-PCs bei monotonen Vibrationen. Einige Firmen wollen genau das ändern und zeigten auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, wie sich das in Zukunft anfühlen könnte. Da spürt man dann richtig das Vibrieren einer startenden Harley oder die Erschütterung eines Schusses. Mit der neuen Technik glaubt man sogar, die Umrisse einer Taste auf dem Bildschirm zu spüren.

Die Firma Artificial Muscle nutzt für ihre Technik einen Kunststoff, der wie ein Muskel funktioniert und der über elektrische Impulse gesteuert wird. Gezeigt wurde das an einem modifizierten iPhone mit eingebauten "Vivitouch"-Motor. Bei einem simplen Spiel mit einem rollenden Ball war nicht nur zu merken, wie der Ball gegen die Bande rollte, auch wenn er nur auf der flachen Oberfläche rollte, waren die leichten Vibrationen des Rollens zu spüren. Und wenn man die virtuelle Tastatur nutzte, glaubte man bei jedem Druck auf einen Buchstaben die entsprechende Taste zu spüren.

Bei einer weiteren Demonstration war ein Vivitouch-Motor in einen Xbox-Controler eingebaut worden. Dabei konnte der Nutzer unter anderem spüren, wie sich ein schlagendes Herz anfühlt oder wie eine startende Harley-Davidson vibriert.

HD-Gefühle statt monotoner Vibrationen

Die gegenwärtigen Vibratoren in Handys oder Controllern bestehen aus einem elektrischen Motor, der ein Metallgewicht bewegt. Das dauert beim Start immer etwas und lässt Vibrationen praktisch nur auf einer Frequenz zu. Das Gefühl ist also eigentlich immer das gleiche, egal, um was es geht. Mit den Vivitouch-Motoren habe man ein "HD-Gefühl", sagte Dirk Schapeter, Chef von Artificial Muscle. Die Firma gehört zum deutschen Bayer-Konzern und ist ein Spinoff des Forschungsinstituts SRI International. Sie hat auch die Sprachsteuerung Siri für das iPhone entwickelt.

Eine erste Anwendung mit den Vivitouch-Motoren kam schon im September heraus. Es war das Mophie Pulse, ein Zusatz-Gehäuse fur den iPod Touch, mit dem sich Spiele echter anfühlen sollen. Das nächste Ziel ist es nun, die Motoren direkt in Handys einzubauen. Das werde in diesem Jahr noch bei ein paar Geräten der Fall sein, sagte Schapeter. Firmennamen wollte er aber nicht nennen.

Artificial Muscle ist aber nicht die einzige Firma auf diesem Gebiet. Senseg OY aus Finnland setzt auf besondere Art elektrische Spannung in Gefühl um. Dazu wird ein elektrisches Feld auf dem Bildschirm aufgebaut. Das erzeugt Widerstände, wenn der Finger des Nutzers darüber streicht. Ein glatter Bildschirm wird so plötzlich rau. "Die Palette der möglichen Effekte ist enorm", sagt David Rice von Senseg.

Die Technik könnte leicht bei Tablets eingesetzt werden, da sie nur aus einem Chip und einer besonderen Beschichtung für den Bildschirm besteht. Mit mehreren Firmen sei man schon im Gespräch, sagt Rice. Noch in diesem Jahr könnten erste Geräte mit der Technik von Senseg auf den Markt kommen. Es seien zwar nur kleine Effekte, die kaum spürbar seien, erklärt Rice. "Aber wenn es allgegenwärtig ist, dann ist es etwas, das man bemerkt, wenn es wieder weg ist."

Peter Svensson, ap/dapd

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