16.02.2006
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Medizin
Therapie ohne Zulassung

Von Sören Jensen

In Deutschland bahnt sich eine Premiere an. Die beiden Krankenkassen Barmer und DAK setzen sich im Kampf gegen Brustkrebs für einen frühen Einsatz des Medikaments Herceptin ein. Haken: Die Arznei ist dafür noch gar nicht zugelassen.

Hamburg - Patientinnen mit einer bestimmten Form von Brustkrebs können künftig schon früh mit dem hoch wirksamen, hierfür aber noch nicht zugelassenen Medikament Herceptin behandelt werden. Dies beschlossen die Vorstände der Barmer Ersatzkasse und der DAK, wie das manager magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet, die am Freitag (17. Februar) erscheint.

Kampf gegen Brustkrebs: Herceptin wurde im Jahr 2000 erstmals in Deutschland zugelassen
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DPA

Kampf gegen Brustkrebs: Herceptin wurde im Jahr 2000 erstmals in Deutschland zugelassen

Andere Gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) werden diese Entscheidung der beiden größten Krankenkassen in Deutschland wahrscheinlich ebenfalls umsetzen. Eine Therapie mit der Infusionslösung kostet rund 40.000 Euro.

Herceptin, in der EU vertrieben von dem Pharma-Multi Roche Chart zeigen, war bislang nur für die Behandlung eines bestimmten Brustkrebstyps zugelassen, wenn der Tumor bereits Tochtergeschwülste gebildet hatte. Neuere Studien legen jedoch nahe, dass die Überlebensrate dramatisch steigt (auf 80 bis 90 Prozent), wenn Herceptin so früh wie möglich gemeinsam mit der üblichen Chemotherapie verabreicht wird.

Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 25 und 65 Jahren. Etwa 47.000 Frauen erkranken jährlich, etwa ein Viertel an jener speziellen Form, die Herceptin bekämpfen kann. Auf die Kassen kommen somit Kosten von knapp einer halben Milliarde Euro zu.

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