München - Abgeschlagenheit, nachlassende Libido, zunehmender Bauchspeck - wenn diese Symptome bei Männern vorliegen, wird immer häufiger Testosteronmangel als mögliche Ursache ins Spiel gebracht. Galt der Mangel des wichtigsten männlichen Sexualhormons bislang vor allem als Problem des Alters, so wird er immer häufiger auch bei jüngeren Männern diagnostiziert. Die Ursachen sind dabei mitunter unklar, eine Behandlung ist allerdings nicht immer nötig.
Jeder fünfte deutsche Mann in hausärztlicher Behandlung hat einen zu niedrigen Testosteronspiegel. "Wir haben festgestellt, dass auch 30- bis 40-Jährige sehr niedrige Spiegel haben können, wenn bestimmte Faktoren zusammenkommen", sagt Harald Jörn Schneider, Endokrinologe am Universitätsklinikum München.
Dies seien insbesondere bauchbetontes Übergewicht. Ebenfalls betroffen sind Männer mit chronischen Erkrankungen oder mit metabolischem Syndrom - also einer Kombination aus hohen Blutfette, hohem Blutzucker, hohem Blutdruck und Fettleibigkeit.
Gerade beim Übergewicht sei eine Wechselwirkung denkbar, sagt Jens Jacobeit, Facharzt am Medizinischen Versorgungszentrum Endokrinologikum in Hamburg. "Im Fettgewebe sitzt ein Enzym, das Testosteron in Östrogene umwandelt." Dadurch sinke der Testosteronspiegel.
Ein Teufelskreis: Denn Testosteron fördert die Fähigkeit des Körpers, Fett abzubauen. Auch dauerhafter Stress komme als Auslöser infrage. "Das Stresshormon Cortison unterdrückt die Testosteronproduktion." Daneben kann der Testosteronmangel aber auch eindeutige Ursachen haben. So können laut Schneider etwa Störungen der Hypophysenfunktion oder der Hoden dafür verantwortlich sein.
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