Dienstag, 28. Juni 2016

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Whisky-Ranking Die besten Whiskys aus Fernost

Ranking: Die neun besten Whiskys aus Japan, Taiwan und Indien
Fotos
Michael Bernhardi

Die Schotten müssen sich warm anziehen: Konkurrenz aus Japan, Taiwan und Indien wirbelt den Whiskymarkt durcheinander. Die Malts aus Fernost schmecken aufregend anders als Scotch, sind sehr begehrt und oft nur für kurze Zeit auf dem Markt. Eine spannende neue Whiskywelt!

Whisky aus Japan? Da fällt Cineasten natürlich sofort der Film "Lost in Translation" von 2003 ein. In einer herrlich komischen Szene schaut dort der abgehalfterte US-Schauspieler Bob Harris, dargestellt von Bill Murray, in einem Tokioter Studio verkatert in die Kamera und soll für einen Werbespot den japanischen Whisky Suntory anpreisen - immer wieder lautstark beschimpft vom unnachgiebigen Regisseur, auf Japanisch, versteht sich. Stets durchzieht der Werbeslogan als Running Gag den Film: "Suntory time!"

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Heft 6/2016

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Manchen Filmfan verblüfft, dass Suntory wirklich existiert. Und mochte man vor 13 Jahren noch über die nationalstolzen japanischen Destilleriemanager schmunzeln, die ihren Kollegen in Schottland und den USA nacheiferten, ist es damit 2016 längst vorbei. Suntory muss man ernst nehmen, und wie! 2014 schluckten die Japaner für 14,8 Milliarden Euro mal eben den amerikanischen Jim-Beam-Konzern und begründeten damit Beam Suntory mit Sitz im US-Staat Illinois, den drittgrößten Getränkemulti der Welt mit einem Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Euro.

Die Japaner schlagen zurück - aber nicht nur mit Geld, sondern auch mit Fernost-Whiskys in bislang ungekannter Qualität. Man halte sich fest: Zum "weltbesten Whisky" kürte der renommierte britische Kenner Jim Murray, Autor der "Whisky Bible" (und nicht mit dem Schauspieler verwandt), im vergangenen Jahr ausgerechnet den Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013, gefolgt von drei amerikanischen Bourbons. Die Schotten gingen bei den ersten Plätzen leer aus. Neue Zeiten in der Whiskyszene, zumal inzwischen nicht nur aus Japan exzellente Brände kommen, sondern auch aus Indien und Taiwan.

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Zwei Namen muss der Whiskyfreund sich mindestens merken, wenn er beim Thema japanischer Whisky mitreden will: Yamazaki und Nikka. Yamazaki war die erste Destillerie in Japan, sie ging 1923 in Betrieb. Gebaut hatte sie Shinjiro Torii, ein Wein- und Sakeproduzent, der gern schottischen Whisky trank und davon träumte, einen ebenso guten herzustellen, der aber mit japanischen Gerichten harmonieren sollte. Torii, Begründer des Konzerns Suntory, stellte als ersten Brennmeister einen Japaner ein, der sein Handwerk in Schottland gelernt hatte, Masataka Taketsuru. 1934 wurde Taketsuru abtrünnig und gründete seine eigene Brennerei Nikka.

Seither sind die beiden Whiskyfirmen Rivalen. Für europäische Fans ist das nicht schlecht: Konkurrenz belebt das Business. Hochklassige Abfüllungen von Suntory und Nikka gibt es jedes Jahr zuhauf, allerdings ist ihre Auflage trotz stetig wachsender Fangemeinde klein, und sie sind rasch ausverkauft. Hier sollten nicht nur Whiskyfans, sondern auch Investoren zugreifen, die japanischen Raritäten dürften im Wert stetig steigen. Und der Geschmack? Aufregend - die Whiskys aus Japan sind eine Art Wundertüte, bei der man zunächst nicht weiß, was einen im Glas erwartet. Es können Blends aus verschiedenen japanischen Whiskys sein, seltener auch aus nur einer einzigen Destillerie (single malt), destilliert aus Gerstenmalz, aber auch aus Mais (grain whisky), oft ohne Altersangabe.

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