Dienstag, 11. Dezember 2018

Wengers Weinempfehlungen Die besten Weine aus dem Piemont

Im Zentrum des Dreiecks Turin, Mailand und Genua liegen die Langhe. Bekannt und berühmt für Barolo, Barbaresco, Barbera, Dolcetto und die weißen Trüffeln. Hier liegen die Orte mit den für Weinfreunde magischen Namen: Barbaresco, Neive, Treiso, La Morra, Barolo, Novello, Serralunga, Castiglione Falletto und Monforte d'Alba. Die Gegend mit den sanften Hügeln heißt Langhe, deutsch Langa, und umfasst knapp ein Fünftel der Fläche des Piemont, das sich bis an die Schweizer Grenze erstreckt und Turin zur Hauptstadt hat.

Sachlich gesehen wird mehr oder weniger im gesamten Piemont Wein produziert. Das Herz jedoch liegt in den Langhe. Auf den ersten Blick sind sie kein Ziel für die Befriedigung klassischer Italien-Sehnsüchte: Bis ans Meer sind es gut 120 Kilometer, das Klima ist für italienische Verhältnisse eher kühl, der Frühling niederschlagsreich, die nahen Berge auch im Sommer schneebedeckt, die Nebel im Herbst feucht und hartnäckig dick, die Winter lang und kalt. Die schmalen, verschlungenen und mitunter steilen Strassen zwingen zur Langsamkeit, touristische Attraktionen fehlen, über dem ganzen Gebiet liegt eine eher melancholische Grundstimmung, die gut zur zurückhaltenden Art der Einheimischen passt.

Neue Kombinationen

Die wichtigste Traubensorte im Piemont ist die Nebbiolo-Traube. Aus ihr entstehen der Barolo und der Barbaresco. Dieser Name des Weins wird auf dem Etikett stets ergänzt mit den Namen des Produzenten, der Produktionszone und der Lage beziehungsweise dem Namen des Weinbergs.

Barbera und Dolcetto sind die zwei anderen Traubensorten, aus denen gleichnamige Weine gemacht werden. Die weißen Trauben heißen Arneis, Favorita, Nas-Cetta, Moscato, Timorasso und Cortese (Gavi). Neben diesen meist reinsortig ausgebauten Weinen haben in den letzten Jahren auch Kombinationen Erfolg, die aus einheimischen Sorten oder mit Merlot und Cabernet Sauvignon gemischt werden.

Leider haben sich auch die piemontesischen Winzer in den letzten Jahren auf Preisgipfel vorgearbeitet, auf denen die Luft für den Normalkonsumenten dünn wird. Charakter und Typizität der Weine sind indes so herausragend, dass die Schmerzgrenze offenbar noch nicht erreicht ist. Auf dem deutschen Markt haben sich die klassischen Produzenten seit Jahren etabliert - wenngleich (wie der Brunello und die Edelweine aus der Toskana) zu teilweise absurd hohen Preisen.

Kleinere und jüngere Produzenten tun sich oft schwer, einen Importeur zu finden; bei einer Bestellung ab Weingut schlagen die Transportkosten bei den geringen Mengen für den Privatgebrauch überproportional zu Buch. Obwohl dadurch einige Novitäten und Trouvaillen unerwähnt bleiben, orientiert sich die folgende Auswahl deshalb an den auf dem deutschen Markt erhältlichen Weinen.

Noch mehr Wein gefällig? Zu den besten Weinen aus der Toskana geht es hier.

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH