Freitag, 22. September 2017

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Der neue DFB-Chefkoch im Interview Was Sternekoch Schmaus den Nationalspielern vorsetzt

Sternekoch Anton Schmaus: Nah am Ball
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Kochen für die Fußball-Nationalmannschaft - ein Traum, den sich der Regensburger Sternekoch Anton Schmaus nun erfüllen kann. Nachdem sich sein Vorgänger Holger Stromberg vom DFB-Team verabschiedet hat , war die Stelle des Chefkochs vakant. In dieser Woche begleitet nun Schmaus die Nationalmannschaft beim nächsten WM-Qualifikationsspiel. mm.de hat ihn gefragt, was er den Spielern vorsetzen wird.

manager-magazin.de: Sie verköstigen ab sofort die Fußball-Nationalmannschaft. Eine nationale Aufgabe. Wie fühlt sich das an?

Anton Schmaus: Natürlich sehr gut. Ich bin selbst ein großer Fußball-Fan und daher bin ich mir der Verantwortung durchaus bewusst, die ich nun habe.

mm.de: Nachdem ihr Vorgänger sich vom DFB-Team verabschiedet hat, haben Sie sich als DFB-Koch beworben oder ist der DFB auf Sie zugekommen?

Schmaus: Der Kontakt kam über befreundete Physiotherapeuten aus Regensburg zustande, die mich dem DFB vorgestellt haben. Es gab dann einige Treffen und Probe-Kochen während des Confed-Cups, bevor die Entscheidung für mich fiel.

mm.de: Sind Sie sehr aufgeregt, künftig mit den Stars des deutschen Fußballs zu reisen?

Schmaus: Ich habe das Ganze ja nun schon ein Monat beim Confed-Cup erleben dürfen, aber natürlich ist es unheimlich aufregend die Jungs und auch die spannenden Persönlichkeiten hinter dem Team persönlich kennenlernen zu dürfen.

mm.de: Was bedeutet es für Sie, nun längere Zeit unterwegs zu sein - wie gelingt Ihnen der Spagat zwischen Restaurant und Fußballengagement?

Schmaus: In Regensburg habe ich ein super Team, auf das ich mich verlassen kann. Ich weiß, dass das Restaurant auch läuft, wenn ich unterwegs bin. Meine Frau Anna, meine Restaurantleiterin Barbara Berger und Küchenchef Josef Weig halten mir den Rücken frei, wenn ich mit dem DFB unterwegs bin. Dank der neuen Medien gibt es auch die Möglichkeit, kurze Round-Ups oder Abteilungsleiter-Meetings über Skype oder Facetime darzustellen. Man ist also nie so ganz weg.

mm.de: Wieso ist das richtige Essen bzw. die Speisen so wichtig für Sportler?

Schmaus: Ich denke, dass jeder Spitzen-Sportler durchaus selbst weiß, was für ihn wichtig ist und was sein Körper benötigt, um optimal performen zu können. Meine Aufgabe sehe ich darin, abwechslungsreiche und spannende Mahlzeiten auf den Tisch zu bringen, die alle essentiellen Faktoren einer "Sportler-Ernährung" abbilden und trotzdem "Spaß" machen. Ausgewogenes Essen und natürlich auch das das Zusammenkommen beim Essen sind mit Sicherheit ein Teil der Basis für gute Stimmung im Team und sportlichen Erfolg.

mm.de: Worauf müssen die Sportler vor einem Spiel achten?

Schmaus: Vor dem Spiel geht es vor allem darum, den Körper nicht unnötig zu belasten, aber ihn trotzdem vollständig zu versorgen. Vieles ist vor dem Spiel aber einfach auch ritualisiert, wie beispielsweise Pasta mit Tomatensauce, der Milchreis oder Griesbrei zum Dessert.

mm.de: Was dürfen die Spieler nach einem Spiel speisen?

Schmaus: Generell versuchen wir, den Spielern direkt nach dem Spiel einfach die Möglichkeit zu bieten, wieder Energie durch Nahrung aufnehmen zu können. Das heißt nach dem Spiel gibt es in der Kabine Pasta, Hühnchencurry oder Sandwiches.

mm.de: Was werden die Spieler niemals auf dem Speiseplan bei Ihnen finden?

Schmaus: So eng sehe ich das nicht. Alles was gerne gegessen wird, kann auch gekocht werden, aber dann unter dem Aspekt, dass es trotzdem "Spitzen-Sport-gerecht" ist, das heißt Verzicht auf unnötiges Fett und beispielsweise industriellen Zucker.

mm.de: Spielen Sie eigentlich selbst auch Fußball?

Schmaus: Ich habe bis zu meinem Start in den Berufsalltag, regelmäßig und auch im Verein gespielt. Jetzt spiele ich noch hin und wieder mit meinem Küchenteam.

mm.de: Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Schmaus: Hier kann ich mich immer sehr schwer festlegen, daher halte ich es mit dem bayrischen Sprichwort: 'Es gibt nix Besseres, wie woas Guads' - also alles, was gut schmeckt.

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